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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
Entstehung
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ist das der Gelehrsamkeit; doch bringt es Isolation mit sich( die Lehrerfigur in Volks-lied und Literatur ist häufig ohne Familienanhang). Aufgrund dieser ambivalentenWertschätzung, der zwar geachteten, aber als fremd empfundenen Outsiderpositionmischen sich auch spöttische Töne in die Akklamation des, Gelehrten"( Rebelis,1953: 118):

Gelehrter und Allweiser und Sänger und Vorbeter,/ den Himmel hattest du alsBlatt das Meer als Tinte/ und den kleinen Finger Griffel um zu schreiben./ DerFinger ist zersplissen und die Tinte ward verschüttet/ und färbten sich deine Klei-der, die weißen und die blauen/ und tratst heraus und riefest aus in der Burg andrei Plätzen:/ ,, Welche ist wert und schnell, meine Kleider zu waschen?"/ Und dieTochter gab Antwort vom Fenster aus: Ich bin wert und schnell, deine Kleiderzu waschen." Sie wusch sie einmal, wusch sie zweimal, wusch sie drei- und fünf-mal und nach dem fünften Male warf sie sie in den Fluẞ.

Sowohl in der Volkstradition wie später in der ethographischen" Hochdichtung( Provinzrealismus) wird der Lehrer oft als etwas sonderlicher Junggeselle dargestellt,dem die vielen Bücher zu Kopf gestiegen sind, der aber dennoch für die Dorfgemein-schaft unentbehrlich ist. Seine Ausnahmestellung erhebt ihn über die anderen, macht ihnaber gleichzeitig lächerlich, weil er dem Normkodex der leventia nicht untersteht. Da erdes weiblichen Beistandes entbehrt, unterlaufen ihm kleine Fehlgriffe in der Haushalts-führung: Seine Kleider lassen sich ja nicht bloß wegen der ausgegossenen Tinte nichtreinigen. Dem Schriftkundigen werden gern kleine boshafte Streiche gespielt, weil aucher sich aufgrund seiner privilegierten Position Übergriffe im Verhaltenskodex erlaubenkann.

Das Loblied auf den Bauern bezieht sich auf seine Tüchtigkeit, die Ausdauer seinerZugtiere und das gediegene Material seines Pfluges, der in den Beschreibungen oft phan-tastische Formen annimmt. Die Pflugschar wird mit einem Apfelzweig verglichen, dasJoch mit einem Quittenbaum usw.( Spandonidi, 1939: 92). Die fertilitätspromo-vierende Absicht des Liedes wird deutlich auch durch die Häufung von Fruchtbarkeits-symbolen: Apfel, Granatapfel, Samenkorn. Besonders die Granatapfelfrucht gilt wegenihrer zahllosen Kerne, die sie enthält, als besonders fruchtbar. Der achtlos herabgefalleneund auf den Straßensteinen aufgeplatzte Granatapfel wird zum Zeichen überschüssigerProduktion und nicht auszulastender Fekundität.

Dem Hirten wünscht man Vergrößerung seiner Herde und Reichtum( Spando-nini, 1939: 92).

In dem Haus, in dem der Sohn ausgewandert ist, singt man folgendes Lied( Spandonidi, 1939: 91):

Es fehlt dem Meer das Wasser, es fehlt der Erde Grün, es fehlt auch dir dein Sohn,in der Ferne, in der Fremde./ Er brach auf zurückzukehren, er bricht auf zu kom-men, Seide seien seine Straßen, Watte seine Wege/ und die Brücke, die er über-quert, ein Körnchen Perle/ und die Mutter, die ihn mit zwei Dramia 22 Moschus

erwartet.

Die Skala der Reaktionen auf die Gabenverweigerung reicht von der echten Ana-thematisierung über das symbolische Hauseinreißen, Rauchfangumstürzen und das reelleTüreneinschlagen bis zu bloß verbal geäußerten Schimpf- und Spottliedern, in denen die,, unreinen" Haustiere wie Flöhe, Läuse, Wanzen, Mäuse, Schlangen usw., ferner be-schmutzende" Materialien wie Ruß und Asche eine große Rolle spielen. Die Eier sollenhohl sein, die Henne soll verrecken, kein Kuckuck soll hier mehr rufen, keine Schwalbe

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22 I opάut 1/400 Oka(= türkisches Gewichtsmaß, 1 Oka= 1282 Gramm).

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