graphitversetzte Ton auch in einem solchen Zusammenhang funktionsbestimmendgewesen ist. Erwähnt darf noch werden, daß es bis jetzt aus dem Salzburger undNordtiroler Bereich Reste von solchen mit Kreuzmarke versehenen Krügen nichtgibt.
Abschließend darf dann noch auf eine Randfrage hingewiesen werden. Wieschon früher bemerkt, kann man die Verpflegung größerer geschlossener Gemein-schaften zwar nicht mit den Aufgaben und Notwendigkeiten von Gaststätten ver-gleichen und deshalb auch nicht den Geschirrbedarf in gleicher Weise beurteilen,aber eine allgemeine Orientierung zumindest in der Fragestellung selbst dürfte ge-stattet sein. Denn vor allem bei klösterlichen Gemeinschaften spielt das soziale Mo-ment doch auch eine gewisse Rolle. So, wenn an ein zum weltlich- bäuerlichen bzw.weltlich- bürgerlichen Bereich unterschiedliches Verhalten gedacht und versuchtwird, Besonderheiten für den geistlich- klösterlichen Bereich an Hand erhaltenenFundgutes herauszuarbeiten. Da die Kloster- Archäologie 32) jedoch bis jetzt noch zuwenig Fundgut gebracht hat, das für eine solche Fragestellung in Betracht käme,wird man sich vorläufig bloß mit einem Hinweis darauf begnügen müssen. Das We-nige, das für Heiligenkreuz und Thallern bis jetzt gezeigt werden konnte, gibt bloẞeine annähernde Vorstellung dessen, was bei einer erweiterten Fundlage noch erwar-tet werden könnte.
So skizzenhaft auch die vorstehenden Hinweise sein mögen, so haben sie viel-leicht doch zu zeigen versucht, daß keramisches Fundgut über rein formenkundlicheBeurteilungen hinaus auch Aussagen zu vermitteln vermag, die in den sozialen undden ökonomischen Bereich hineinführen. Die damit verbundenen Fragestellungeneinmal anzuschneiden, dürfte eines Versuches wert sein.
Anmerkungen
¹) Zur Geschichte der Keramikforschung vgl. allgemein S. Felgenhauer- Schmiedt,Stand und Aufgaben der Keramikforschung des Mittelalters in Österreich( ARCHAEOLOGIA AUS-TRIACA- Beiheft 10, 1969, 1ff.), mit weiteren Literaturangaben.
2) F. Wiesinger, Die Schwarzhafner und die Weißhafner in Oberöstereich.( Jahrbuch d. oö.Musealvereines 87, 1937, S. 88ff.)
3) E. Beninger, Erörterungen zur mittelalterlichen Irdenware.( Mitteil. d. öst. Arbeitsge-meinsch. f. Ur- u. Frühgesch., 9, 1958, 22 ff.)
4) H. Steininger, Die münzdatierte Keramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit inÖsterreich, 1964.- Der s., Die datierte Keramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Nieder-österreich.( 88. Sonderausstellung des NÖ. Landesmuseums 1965), mit weiteren Literaturangaben.
5) S. Felgenhauer- Schmiedt, Die keramischen Horizonte des Hausberges zu Gai-selberg, p. B. Gänserndorf, NÖ.( ARCHAEOLOGIA AUSTRIACA- Beiheft 10, 1969, 10 ff.)-Die s., Das Fundmaterial des Hausberges zu Gaiselberg, NÖ.( Archaeol. Austr. 61/62, 1977, 209 ff.)- Fr. Felgenhauer, Der Hausberg zu Gaiselberg, eine Wehranlage des 12. bis 16. Jahrhundertsin Niederösterreich.( Zeitschr. f. Archäol. d. Mittelalters 1, 1973, 59 ff.)
6) R. Pittioni, Schwarzhafnerei aus dem Stift Heiligenkreuz bei Baden, NÖ., I: Die Fundebei der Bernhardikapelle 1969( Archaeol. Austr. 56, 1974, 37 ff.); II: Die Funde aus dem Konventgebäu-de 1970( a. a. O. 59/60, 1976, 175 ff.)- Der s., Spätmittelalterliche Schwarzhafnerei aus Schönau a. d.Triesting( p. B. Baden, NÖ.).( Unsere Heimat 48, 1977, 83 ff.)
7) Der s., Tiroler Gasthaus- Archäologie.( Österr. Zeitschr. f. Volkskunde N.S. 23/72, 1969,201 ff.) Der s., Nachtrag zur Tiroler Gasthaus- Archäologie.( a. a. O., N.S. 37/76, 1973, 118ff.)8) Das von hier stammende Fundmaterial konnte bis jetzt nur vorläufig durchgesehen, aber nochnicht näher bearbeitet werden.
9) Ders., Zwei neue Aufschlüsse zur Gasthaus- Archäologie in Tirol und im Lande Salzburg.( Österr. Zeitschr. f. Volkskunde, 32/81, 1978, 41 f.)
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