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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
Entstehung
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sammlung der Bauernhausverzierungen im oberen Innviertel machten. Hugo vonPreen sammelte auch bäuerlichen Hausrat. Da die Stadt Braunau für das ,, alte Ge-rümpel" noch kein Verständnis hatte, verkaufte Preen seine Sammlungen an dasVolkskundemuseum in Berlin. Infolge seines Interesses für das Wallfahrtswesenentstand der Kontakt zu Richard Andree und Marie Andree- Eysn, mit denen erebenso wie mit Michael Haberlandt und später Rudolf Kriẞ befreundet war.

1917 gründete er dann das Braunauer Heimathaus und trug wieder eine ansehn-liche Sammlung dafür zusammen. 1923 stand er Pate bei der Gründung der Inn-viertler Künstlergilde. Er wurde Ehrenbürger der Stadt Braunau und erhielt das Gol-dene Ehrenzeichen der Republik Österreich. Am 24. 2. 1941 starb Hugo von Preen87jährig in Osternberg.

Welches Interesse hatte Hugo von Preen an diesen Bauernhäusern? Er veröf-fentlichte im Innviertler Heimatkalender 1910, dem ersten Kalender, der von der,, Innviertler Heimatkunde" herausgegeben wurde, einen Aufsatz ,, Bauernhausver-zierungen aus dem oberen Innviertel", in dem er seine Motivation klar darlegte.

,, Vor 25 Jahren(= 1885) hatte ich mir vorgenommen, mich nicht nur als Malermit den alten herrlichen Häusern zu befassen, sondern ich betrachtete diese Bautenals dankbare kunstgewerbliche Objekte. Durch meine häufige Anwesenheit auf demLande nahm ich mir Zeit, alle Verzierungen und Malereien an den exponierten Tei-len des Hauses zu malen. Auch der Plastik an dem Hause wendete ich meine Auf-merksamkeit zu. Durch längere Abwesenheit vom Hause konnte ich jahrelang mei-ner Lieblingsbeschäftigung nicht nachgehen, und erst vor zirka fünf bis sechs Jah-ren nahm ich die Arbeit wieder auf. Um dem Ganzen noch einen malerischen Bei-trag hinzuzufügen, zeichnete ich noch besonders bemerkenswerte Teile des Bauern-hauses, die mich durch ihre Poesie dazu anregten. Meine Arbeit ging, nachdem ichdie Kosten ersetzt und das Vervielfältigungsrecht vorbehalten, in den Besitz des Mu-seums in Linz über, einer Anstalt, für die ich fast fünfundzwanzig Jahre als Manda-tar tätig war. Es ist ja selbstverständlich, daß hier und nirgends anders diese Samm-lung heimischen Kunstgewerbes ihren Platz finden mußte. Ehe sie jedoch dauerndaufbewahrt wurde, stellte ich sie auf Wunsch des Vereines für Deutsche Volkskundein Berlin aus."

Er schließt diesen Aufsatz: ,, Wenn diese Zeilen dazu dienen, anregend in denverschiedenen Gegenden zu wirken, so ist der Zweck dieser Arbeit erreicht."Und sie haben anregend gewirkt!

Denn Dr. Wilhelm Gärtner, der von 1909-1916 Professor für Germanistik,Latein und Griechisch am Gymnasium in Ried war, konnte seine Schüler so begei-stern, daß sie ein interessantes Material an Zeichnungen und Aquarellen zusammen-trugen, das heute ebenfalls im Linzer Landesmuseum liegt. Er hat 1910 das Museumder Stadt Ried mitbegründet und war 1920 Gründer und bis 1924 Leiter der Kunst-stelle des Landesreferates für das Volksbildungswesen in Oberösterreich. Aber nichtnur seine Schüler versuchte er zur Mitarbeit zu gewinnen; er hielt auch Vorträge aufHeimatabenden in Ried über ,, Bauernhausverzierungen" oder beim Landesvereinfür Heimatschutz 1914 über ,, Das Bauernhaus des Innviertels und sein Schmuck",und er war auch Mitherausgeber der Rieder Heimatkunde und des Innviertler Hei-matkalenders.

Doch zehn Jahre nach dem Aufsatz Hugo von Preens sollte es noch einmal zueiner anregenden Begegnung kommen.

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