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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
Entstehung
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15) Mit der mundartlichen Bezeichnung ,, labm" wird im Untersuchungsgebiet nicht mehr der ausdem einstigen Dachüberstand giebelseitig hervorgegangene Raum belegt- dieser heißt hier ,, Vorhaus",sondern nur mehr das abgeschleppte Dachstück samt Stiegenpodest vor der talseitigen Haustüre. Auchdie Bezeichnung ,, Bettellabm" weil hier die ,, Fechter" ihre Suppe aẞen- kommt vor. Hiezu auch:E. Kranzma y er, Die südostdeutschen Namen des Hausflurs.( Bayerisch- Südostdeutsche Heftefür Volkskunde, 13. Jg., Heft 5/6, 1940.)

16) Diese neuzeitliche Art des Pfettenstuhldaches wurde bei Um- und Neubauten etwa ab der Mittedes 19. Jahrhunderts anstelle des älteren ,, Scha( r) haxndaches" vermehrt errichtet.

17) Einer einheitlichen Terminologie in der Hausforschung muẞ unbedingt der Vorzug eingeräumtwerden. Wie schwierig jedoch derartige Übereinkommen zu treffen sind, zeigt sich auch im vorliegendenFall des ,, Scherenjochdaches". Diese von O. Moser vorgeschlagene Bezeichnung( O. Moser, DasPfettenstuhldach, Wien 1976) ist in der vergleichenden Gefügeforschung sicherlich ein unentbehrlicherTerminus, kann jedoch im speziellen Fall die anschauliche, die Konstruktion zugleich beschreibendemundartliche Bezeichnung kaum ersetzen.

18) Denkt man an die als ,, Preẞlabm" bezeichneten Bewahrorte für die Mostpresse in benachbartenHoflandschaften, ist der Standort im Vorhaus, der ehemaligen Laube, sicherlich eine bis in die frühesteHausentwicklung hinabreichende Erinnerung.

19) Wie angepaẞt der Terminus ,, Streckhof" im Zusammenhang mit den Hofformen des 17. Jahr-hunderts überhaupt ist, soll hier nicht in Frage gestellt werden. Da bereits in der folgenden Schichte aufjeden Fall richtige Streckhöfe zu finden sind, wird man wohl, um weitere Verwirrungen zu vermeiden, dieBezeichnung beibehalten, auch wenn sie sicherlich nicht ganz zutreffend ist.

20) Zu diesen zählt etwa das Besenbinden, Körbeflechten, Rechenmachen oder generell das ,, Schne-gern", das während der warmen Jahreszeit in einer eigenen ,, Schnegerhittn" oder im Stadel verrichtetwird.

21) Hiezu gehören vor allem die Handarbeiten der Frauen.

22) Diese Dachkammern waren bis in die jüngste Zeit sehr einfache Räume, meist Bretterverschläge,die giebelseitig noch vielfach mit Flechtwänden( ,, Kleesteckenwänden") ausgestattet waren.

23) Die von K. Ilg zur Diskussion gestellte Annahme einer Verbreitung der Rauchstuben im ge-samten Ostalpenraum wird sicherlich noch eine Vielzahl von Detailuntersuchungen notwendig machen.Die vorliegende Arbeit kann als ein derartiger Baustein aufgefaßt werden.

Hiezu: K. Ilg, Ein Beitrag zur Geschichte des Ofens und der Stube.( Volk und Heimat, Festschriftfür V. v. Geramb, Graz 1949.) Ders., Die Entwicklung der Stube unter dem Gesichtspunkt bodenstän-diger Rauchstuben im Südwesten des deutschen Kulturraumes.( ÖZV, Band 68, H. 3-4, Wien 1966.)24) V. v. Gera m b, Die geographische Verbreitung und Dichte der ostalpinen Rauchstuben.( Wr. ZV, 30. Jg., H. 3-6, S. 36.)

25) wie 22).

26) Leider konnte dieses Material aus dem Ybbs-, Erlauf- und Pielachtal noch nicht veröffentlichtwerden.

27) A. Haberland t, Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs, Wien 1953, S. 111Schlagwort ,, Rauchstube"( V. v. Geram b, wie 22), jedoch S. 3, 4.

28) Wie die hier behandelte Altform des 17. Jahrhunderts in Richtung auf ,, echte" Streckhöfeweiterentwickelt wurde, konnte am Beispiel des Hofes ,, Tagberg" gezeigt werden. Hiezu: G. Dim t, DieRenovierung des Hauses ,, Tagberg" in Konradsheim, Gem. Waidhofen an der Ybbs.( Waidhofner Hei-matblätter 2, 1976, S. 22-35.)

29) Eigenartige Parallelen ergeben sich beim Vergleich des Materials aus den östlichen Eisenwurzenmit den allen Typisierungsversuchen widerstrebenden Häusern Unterkärntens. Der in den St. Pauler Eh-rungsbüchern immer wieder auftretende Terminus ,, stuben mit ainer Vorlauben", der synonym für,, Haus" steht, gemahnt an die eigentümliche Eigenständigkeit der Küche- Stube- Vorhauskomplexe, die inden Rückzugsgebieten der Eisenwurzen immer wieder anzutreffen sind. Desgleichen weist das addierendePrinzip bei der Hofbildung vor allem östlich der Ybbs- überraschende Parallelen zu den KärntnerBeispielen auf. Freilich darf dabei nicht übersehen werden, daß hier zwei völlig verschiedene Entwick-lungsschichten angeschnitten wurden. Aber die ,, fortschrittlichen", ringförmigen Hofanlagen der östli-chen Eisenwurzen könnten gerade deshalb auf Vorläuferbauten zurückgehen, die mit den entwicklungs-geschichtlich älteren Kärntner Typen direkt verwandt sind. Hiezu: O. Moser, Die Hausangaben inSt. Pauler Ehrungsbüchern und die Rauchstuben Unterkärntens.( Carinthia I, 167. Jg., 1977,S. 151-240.)

30) Zu denen sich als Vorformen regellose Haufenhofanlagen gesellen.

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