Druckschrift 
Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

Anhang 2

OÖLA: Herrschaftsarchiv Steyr, HS Nr. 144

Grundbeschreibungen 1679, Amt Neustift

Auszug:

Wolf Crankhogler

Daẞ Guetl am Cronkhogl, besizt aniezt Wolff Vorstenlehner

Hat das khauffrecht p: 300 fl, ist gar bei schlechtem bau, hat 5 felter, helt eines 2 tagwerch seindtmitter trächtiges grundts, undt laimbiges, mueß Yberwinder zuesamb härtes getrait haben, Mezen,und yber Somer in das andere undt dritte Linẞ undt Habern, 11 Mezen. Das viert ligt in der tratten, das5.te tragt graẞ, hat ein Oxen waitl auf 2 Oxen, undt khein khue waitl, Item ein Urbarschachl undt hol-zort, in Vorst Obgaflenz in Verlass, zue Hauß Noturfft, Liegt negst den Urbars grundten; khan yberwindter hindurch bringen 2 Oxen, 2 Khue, 6 schäffl, 1 schweindl. Und Mäst auch ein par Oxen jahrlichauf die fleischbankh, Obstbaum seindt sovill verhandten, wanẞ Obst wohl gerathen thuet, khan man von4 biẞ 5 Emer Most und Essig verkhauffen, undt wan das Getrait geraith, aufs Maiste 6 Mezen Habern,yber die Hauẞ Noturfft, hat khein hauß Mihl. Zum nachtbarn hat er den Groß: und Clain Lehner, undtHolzner*), khan ein inman halten. Ligt in der Herrschaft Landtgricht undt Wiltbahn, 3 Meill von Steyr 1Meill von Weyr, undt 1 Meill von Waithofen, gibt Zehent 18 ½ Mezen khorn 4 Habern pfarrlichesrecht und dem Mössner 1/8 khorn, Löbl: Herrschaft 3 Mezen dienst Habern, mueß 1 bueben, undt eindienst Mensch halten, wasser ist die Noturfft beim Hauß, ernehret Sich von Grundt, und der Vieh zucht,mueß auch hievon seine Steur bezahlen.

*) Heute Halsergut.

Anmerkungen

1) F. Lipp, Oberösterreichische Stuben, Linz 1966, S. 5.

2) Die frühesten urkundlichen Nennungen lauten( nach K. Schiffmann, Historisches Orts-namenlexikon des Landes.):

Neustift

KG Buchschachen

KG Platten

KG Blumau

KG Dörfl

1200 Niunstift

1395 Puchschachen

1460 die Platten

1599 Plumbauer

-1599 Dorff

3) Althochdeutsch ,, piricha" nach J. A. Schmeller, Bayer. Wörterbuch, S. 278.

4) F. Holzner, Methode zur Eingliederung von postglazialen Moorprofilen ins absolute Zeit-system.( Linzer biolog. Beiträge 8/1, 1976, S. 91).

5) OÖLA, Herrschaftsarchiv Steyr, Hs. 144.

6) Wie 5), Bauernhaus ,, Stubau".

7) Im Anhang 1 ist für zehn Beispielshöfe( siehe auch Verbreitungskarte) eine Tabelle zusammenge-stellt, die Angaben über die zu leistenden Abgaben enthält. Aus Platzgründen mußte eine Aufgliederungentfallen, die Gesamtabgaben setzen sich aus folgenden Teilbelastungen zusammen: Dienst, Landsteuer,Robotgeld, Landgerichtssteuer, Rüstgeld und Salzfuhrgeld. Zu diesen ständigen Abgaben kamen bei Be-sitzveränderungen noch zusätzliche, besonders schwere Belastungen hinzu: Freigeld, Anleit und Ableitund das Sterbehaupt. Hiezu auch: G. Grüll, Bauernhaus und Meierhof, Linz 1975.

8) OÖLA, Herrschaftsarchiv Steyr, Hs. 98, Haupt- und Grundurbar von 1667.

9) Hiezu: A. Kla a r, Die Mischzonen in den Hauslandschaften.( Veröffentlichungen des Institutsfür Volkskunde der Universität Wien, Band 2, Wien 1966.)

10) Hiezu: G. Dimt, Die Bauernhaus- und Hofformen im politischen Bezirk Waidhofen/ Ybbs,phil. Diss. Wien 1974.

11) A. Klaar, Niederösterreich.( Haus und Hof in Österreichs Landschaft, Notring- Jahrbuch,Wien 1973.)

12) F. Lipp, Art und Brauch im Land ob der Enns, Salzburg 1952, Kapitel Haus und Hof.13) Hiezu: G. D i m t, Probleme und Methoden der Schichtenanalyse in der Hausforschung am Bei-spiel der Eisenwurzen.( Mitteilungsblatt des Arbeitskreises der Betreuer volkskundlicher Sammlungen im. Bildungs- und Heimatwerk, Nr. 5, Mai 1975.)

14) Nach Mitteilung der derzeitigen Eigentümer ermöglichte ein Lotteriegewinn den damaligenEigentümern( ca. um das Jahr 1880) den teilweisen Neubau des Hofes.

82