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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
Entstehung
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,, mit Wohnhof und Scheune im Obergeschoß und Stall im Untergeschoß des hang-seitig errichteten Baues" 11) erkannt, und F. C. Lipp war es, der die Sonderform je-ner Streckhöfe mit Hocheinfahrt und daraus resultierendem Querfirst als ,, Kreuz-hof" bezeichnet hat. 12) Schließlich blieb es dem Verfasser vorbehalten, das Berglandzwischen der Enns im Westen und der Ybbs im Osten systematisch zu durchfor-schen.

Bei einer Vielzahl von Begehungen konnte die Ausdehnung des gesamtenStreckhofgebietes abgegrenzt und kartiert werden( siehe Verbreitungskarte). Gleich-zeitig erfolgte eine Aufgliederung des Baubestandes im Sinne der hauskundlichenSchichtenforschung.13) Hiebei wurden altartige Anlagen ermittelt, die sowohl vonder Bau- und Raumstruktur, als auch von der Funktions- und Sozialstruktur her we-sentliche Unterscheidungsmerkmale zu vergleichbaren Objekten benachbarterHauslandschaften aufwiesen und die daher als eigenständige Typen zu bezeichnensind. Diesen, nunmehr endgültig historischen Höfen des Maria Neustifter Berglan-des soll dieser Beitrag gewidmet sein.

Die Höfe des 17. Jahrhunderts in Beispielen

Eine Zusammenstellung aller heute noch erreichbaren Unterlagen hinsichtlich derSchicht des 17. Jahrhunderts ergab für 11 Häuser Anhaltspunkte, die für eine Zu-weisung zum gesuchten Typus ausreichten. Diese Dokumente setzen sich aus Foto-aufnahmen, Aquarellen und Zeichnungen zusammen, in 3 Fällen liegen vollständigeBauaufnahmen vor. Vor allem M. Kislinger war es, der die spezifische Eigenart derNeustifter Bauernhäuser immer wieder in Zeichnungen und Fotos festgehalten hat-te. So wurde noch vor dem zweiten Weltkrieg wenigstens ein Teil der damals beste-henden Altbausubstanz dokumentiert. Erst 1971 wurden dann die letzten Reste deseinstigen Vorkommens im Sinne einer technischen Hausbauforschung erfaßt unddie Höfe ,, Schmalzleiten"( von A. Klaar) ,,, Pierreith" und ,, Kronkogl"( von G.Dimt) vermessen und gezeichnet.

Speziell die beiden letztgenannten repräsentieren den gesuchten Typus des 17.Jahrhunderts noch relativ unverfälscht und sollen deshalb hier exemplarisch vorge-stellt werden.

,, KRONKOGL", Platten 2, Gem. Maria Neustift.( Alte Schreibweise: CronZagl 1655, Cronzaglgueth- 1667, Crankhogl― 1679.)

Der Hof liegt in ca. 700 m über N. N. an der Nordwestflanke des 1018 m hohenHiebberges. Zur Zeit der Vermessung im Juni 1971 war neben dem Altbau bereitsein neues Wohnhaus errichtet, vom alten Hof war nur mehr der Stallscheunentraktin Verwendung.

Das Untergeschoß gliedert sich in einen auch von außen zugänglichen Keller-raum unter der talseitig gelegenen Schwarzen Küche, anschließend in einen Stall-raum( Letztfunktion Schweinestall) und einen, den Stadel in seiner Gesamtlänge un-terfangenden Rinderstall( siehe Abb. 1). Alle Mauern bestehen aus Kalkbruchstein,im Rinderstall wurden bei der Neugestaltung von Tür- und Fensteröffnungen bereitsBetonziegel verwendet.

Das Erdgeschoẞ gliedert sich in den aus Schwarzer Küche und Stube bestehen-den Block, ein vollkommen regellos scheinendes Vorhaus mit eingebautem Stüblund den dreiteiligen Stadel. Das Vorhaus nimmt auch noch den Stiegenaufgang zumDachboden und den Stiegenabgang in den Schweinestall auf( siehe Abb. 2).

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