Da das Schwergewicht dieser Arbeit auf dem bäuerlichen Gerätebestand liegensoll, kann den Schilderungen des Autors nur auszugsweise gefolgt werden: dem Er-trag eines Tagbaus( 1200 Klafter) in Hinblick auf Getreide( in Goisern überwog, imGegensatz zum übrigen Gebiet, der Weizen 22)), Heu und Grummet folgen genaueBerechnungen von Fütterung und Ertrag der Kühe( Milch, Butter, Käse, Schotten)sowie Kosten für Dienstboten und Taglöhner. Die großteils schlechten Böden erfor-dern Schlier- Düngung und bedingen ,, die sogenannte Dreyfelder- Wirthschaft fastallgemein" 23); Hauptgrund dafür ist der trotz der Viehwirtschaft- große Dün-germangel und die Schwierigkeiten seines Transports. Die Feldbestellung erfolgt mitdem ,, gemeinen Pfluge", gezogen von Pferden oder Ochsen, in den ,, Leiten" kön-nen die Äcker hingegen lediglich geharkt werden 24). Statt der Egge verwendet manüberwiegend Hauen; die Steilheit bedingt auch den Transport der Erde der unterstenbeiden Furchen nach oben. Das verwendete Saatgut wird dem Ertrag( Getreide,Flachs, Rüben, Kraut) gegenübergestellt, begleitet von einer Aufstellung über denArbeitsaufwand der Tagwerker und Drescher, die fallweise aufgenommen wurden( Bauer, Bäuerin, ein Knecht und eine Dirn waren die ständigen Arbeitskräfte). Imfolgenden geht Schultes ausführlich auf die Bewirtschaftung des Gutes( mit einerreinen Acker- und Wiesenfläche von etwa 6 Joch) ein, wobei Eigenbedarf, Natural-zehent und Grundprodukte zum Verkauf getrennt ausgewiesen werden. Ökono-misch am bedeutsamsten ist die Aufstellung der Geldauslagen sowie die Bilanz, nachder sich ein Gewinn von 50 Gulden ergibt 25). Den Auslagen für ,, Feld- und Hausge-räthschaften", auf die noch einzugehen sein wird, folgt abschließend ein ,, weitererAusweis auf Erbauung und Unterhaltung der Wirthschafts- Gebäude" 26). Ihm ist zuentnehmen, daß es sich hiebei um den für Goisern typischen, vom Süden her vor-dringenden Paar- oder Zwiehof handelt 27), wobei das Wohnhaus, wie F. Lipp fest-gestellt hat, in zwei Grundrißformen( 1. Kreuzhaus, 2. durchgängiges dreiteiligesHaus) ausgebildet sein kann 28). Nach Schultes bestand das eigentliche Bauernhausaus Stube, Küche, Keller und zwei Kammern, das Wirtschaftsgebäude aus Stadelmit Dreschtenne, worunter ,, die Viehstallung für 8 Rinder angebracht ist"( im be-schriebenen Gut wurden ständig 4 Kühe, 2 Galtrinder und 2 Schweine gehalten 29),wozu sicherlich noch die Arbeitstiere- 2 Ochsen oder Pferde- kamen). Es han-delt sich hier nicht um reine Holzbauten, denn bereits in der 2. Libell von 1563 hatteman- aus Gründen der Holzersparnis- vorgeschrieben, zumindest ein Stockwerkhoch zu mauern 30); für Nutzbauten war der Ständerbau vorgeschrieben, wobei esfür Häuser in ungünstiger Hanglage Ausnahmebestimmungen gab. Bis 1868 galtauch der Befehl, die aufgesteilten Dächer mit Brettern statt mit Legschindeln zudecken ³¹), hölzerne Rauchfänge wurden immer wieder( 1563, 1802) verboten ³2).
3. Zum bäuerlichen Gerätebestand
Im Zuge seiner Kosten- Nutzen- Rechnung bringt Schultes auch einen ,, Ausweisüber die bey einem mittelmäßig großen aus 8 Joch Gründen bestehenden Bauerngu-te auf Feld- und Hausgeräthschaften vorfallenden Auslagen, dem Mittel nach für je-des Jahr bestimmt 33), in welchem 89 Posten zahlen- und wertmäßig aufgezähltwerden. Im folgenden soll nun- der Reihung von Schultes folgend( Numerierungvom Verf. eingesetzt) dargelgt werden, was von diesen Geräten noch in unseremJahrhundert bekannt war bzw. verwendet wurde 34), wobei auf die jeweilige Anzahlnicht eingegangen werden kann.
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