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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
Entstehung
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Für den Museumsmann Lipp war die Beschäftigung mit der Volkskunst allerArt dauernd selbstverständlich. Aber gewisse Teile stellte er doch besonders gernheraus. So etwa die ,, Ennser Schützenscheiben 1971, ein besonders geglücktesBüchlein, das die immer länger werdende Reihe der Veröffentlichungen dieser bis-her doch noch zu wenig beachteten Volkskunst- Gebilde wesentlich bereichert hat.Von manchen kleineren Arbeiten braucht hier nicht berichtet zu werden, wenn sieauch mitunter geradezu hinweisenden Charakter haben. So, wenn Lipp etwa über,, Figurale Brautschaffel aus Oberösterreich" 1966 berichtet, was durchaus auf seinegegenwärtig laufenden Arbeiten an den figural verzierten Möbeln schon voraus-weist. Bis zu einem gewissen Grad gehört wohl auch die besinnliche Studie über die,, Selbstdarstellung" in der Volkskunst hierher, die auch das ,, Folklorismuspro-blem" in einem eigenen Licht erscheinen läßt. Lipp hat den von der gleichzeitigenForschung auf diesem Gebiet aufgeworfenen Fragen stets Aufmerksamkeit ge-schenkt, ohne sich vom eigenen Weg abbringen zu lassen. Man merkt es auch an denkleineren Arbeiten, die er der musischen Volkskunst gewidmet hat. Das Funktionel-le, Brauchbezogene an den Erscheinungen bleibt ihm wichtig. So etwa hat er das,, Neujahrsansingen von Vorderstoder" 1959 behandelt, so sich mit den ,, Drilutn",den Alphörnern des Böhmerwaldes, beschäftigt. Und wie er zum Ringreiten eine ab-gelegene Bildquelle zu interpretieren wußte, so bot er in der Festschrift für RichardWolfram auch ,, Neue Bildquellen zum Kulttanz aus Oberösterreich".

Das sind freilich Arbeiten, die seine Hauptleistungen immer schon begleitet ha-ben, Interpretationen von Volkskunst- Leistungen aus den verschiedensten Perspek-tiven. Schon 1939 versuchte er sich mit dem ,, Sinnbild" auseinanderzusetzen, undSpuren der damaligen Überlegungen wird man in seinen Veröffentlichungen immerwieder finden. Eine köstliche Gabe dieser Art etwa war sein Kongreẞbeitrag 1952über den ,, Leuchterwagen von Steyr", einem kunstvollen schmiedeeisernen Gebil-de. Ab und zu nur konnte er sich auf solche Interpretationen einlassen, oft mußte erdoch allgemeinere Übersichten etwa über das oberösterreichische Bauernbarockoder ähnliches ausarbeiten, was freilich immer aus seinen engeren Museums- undAusstellungsarbeiten entsprang.

Aus diesen immer auf spezielle Gruppen eingestellten Beobachtungen entspran-gen schließlich auch seine Arbeiten zum Glas, die einen besonderen Höhepunkt sei-nes Schaffens bilden sollten. Schon 1971 hatte er eine schöne Ausstellung im LinzerSchloßmuseum über den Bereich ,, Volkstümliches Hohlglas aus erloschenen Hüt-ten" gestaltet, mit einem sehr aufschlußreichen Katalog. Neben kleineren Veröf-fentlichungen um dieses bedeutende Thema herum ergab sich daraus das hervorra-gende Buch ,, Bemalte Gläser. Volkstümliche Bildwelt auf altem Glas", 1974, dasvielleicht neben den Stuben- und Möbelarbeiten Lipps Arbeitsweise und Darstel-lungskunst am stärksten bezeugt. Er hat das wohl selbst so verspürt, und demgemäßsich zu seinem 60. Geburtstag ein bemerkenwertes persönliches Geschenk gemacht,sein ,, Lebensalter- Glas", das in sechs ,, Pässen" die Jahrzehnte seines Lebens knappzu überschauen und zu deuten versteht.

Beim vierten ,, Paẞ" steht da ,, Erneuern, gründen, bauen", und dieses Mottowird durch einen Pflanzgarten veranschaulicht, auf dessen Bäumen die Aufschriften,, Volkskundeabteilung, Oberösterreichischer Werkbund, Oberösterreichisches Hei-matwerk, Kuratorium österreichischer Heimatwerke" stehen. Da muß man dochauch in dieser Hinsicht noch etwas ausgreifen, obwohl diese Würdigung sicherlich inerster Linie dem Vertreter der Volkskunde als Wissenschaft Franz Lipp zugedacht

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