Bauforscher hat Lipp das Hausinnere interessiert, vor allem die Stube, und darausist schließlich auch seine schöne Habilitationsschrift hervorgegangen, als Buch di-rekt ,, Oberösterreichische Stuben" 1966 genannt. Auch darin wieder der Gedankeder räumlichen Gliederung, der ,, Stubenlandschaften", als Gegenstück zu den übli-chen ,, Hauslandschaften" in die Forschung eingeführt.
In den Stuben vor allem standen einstmals jene bemalten Möbel, welche Lippseit langem besonders beschäftigten, und aus denen er schließlich die bedeutendsteMöbelsammlung im Lande machen sollte. Schon 1951 hat er über ,, Stand und Auf-gaben der Bauernmöbelforschung in Österreich" referiert. Mehr als zehn Jahre spä-ter, 1964, konnte er die schöne Ausstellung im Linzer Schloßmuseum gestalten, de-ren Katalog das bisher beste Handbuch darüber geblieben ist. Sondergruppen wiedie bemerkenswerten Eferdinger Möbel hat er gelegentlich eigens behandelt, undsonst vor allem die entsprechenden Karten und Kommentare für den Österreichi-schen Volkskunde- Atlas erarbeitet. Es sind andere Karten als die üblichen Punkte-Karten der normalen Atlas- Erhebungen geworden, und man hat daher immer wie-der Anlaẞ, sich mit ihnen und den Kommentaren dazu auseinanderzusetzen.
Der große Möbelkenner ist der Öffentlichkeit aber bei weitem weniger bekanntgeworden als der Trachtenforscher Lipp. Er hat sich schon aus heimatlicher Ge-wohnheit heraus immer damit beschäftigt und früh die Gliederungen der Karte, der,, Landschaften", auch darauf übertragen. Schon sein erster umfassender Beitrag,, Zur Geschichte und landschaftlichen Gliederung der österreichischen Volkstrach-ten" 1952 geht darauf ein. Aber schon damals hat sich Lipp mehr vorgenommen,und hat sein fünfteiliges Mappenwerk ,, Oberösterreichische Trachten" daraus ent-stehen lassen. Keine Frage, daß gerade diese umfangreiche Arbeit mit den Arbeitenam ,, Heimatwerk" zusammenhängen, daß auf diesem Gebiet der Forscher gleich-zeitig als Pfleger fungierte. Wenn das Mappenwerk im Untertitel ,, Erneuert und zu-sammengestellt" heißt, dann deutet sich der Weg zur aktiven Trachtenpflege, bishin zur Einkleidung von Schützen und Kapellen in ,, Trachten" an, den Lipp ganzkonsequent für sein Land, aber auch für andere Bundesländer gegangen ist. Seinewissenschaftlichen Bestrebungen haben ihre Anerkennung gefunden, seine Erkennt-nisse sind wieder in Karten und Kommentare des Österreichischen Volkskunde- At-las eingeflossen, und wieder unterscheiden sich diese Karten beachtlich von den mei-sten anderen, weil sie eben mit den normalen Mitteln der Punktekarte nicht zu er-stellen waren. Wie bei der Trachtenerneuerung ist Lipp auch auf dem Gebiet derTrachtenforschung über die Grenzen von Oberösterreich hinausgegangen, und hatbeispielsweise verdienstvoll an dem großen niederösterreichischen Trachtenwerk,das Helene Grünn in die Wege geleitet hatte, im Schlußband 1973, mitgewirkt.Lipps Arbeiten auf diesem Gebiet sind zweifellos durch die Veröffentlichungen al-lein nicht ausgedeckt. Die vielen Vorträge und Vorlesungen auf diesem Gebiet ha-ben so manche weitere Gedanken zur Folge gehabt, die sich nur knapp gelegentlichim Druck niederschlugen. Trachtengeschichtliches etwa, Betrachtungen zu Trach-tenbildern, und vor allem die Überlegungen zum historischen Werden. Die Arbeitan der großen Ausstellung von 1977,, Baiernzeit in Oberösterreich" hat denn auchdie maßgebende Studie ,, Zur Tracht der Baiern in der Zeit des AgilolfingischenStammesherzogtums" im Katalog ergeben.
Auch hier wieder zeigt es sich, daß Lipp die Tracht nicht einfach positivistischfür sich nimmt, sondern daß sie ihm in das Gewebe von Sitte und Brauch eingearbei-tet erscheint. Wenn er sich zu den ,, Kreuzstichmustern aus Oberösterreich" 1969
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