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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
Entstehung
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schaft ist darüber nicht zu kurz gekommen, wie der schöne Beitrag über ,, Zugehö-rigkeit, Kulturbewegungen, Volkskunde im Raum von Ischl" 1966 beweist. Die Mit-arbeit am Ischler Heimatmuseum und die Beschäftigung mit der Sammlung Edgarvon Spiegl haben da viel mitgewirkt. Übrigens ist der weitere Alpenanteil Oberöster-reichs auch nicht zu kurz gekommen, wenn man etwa an die Arbeiten von Lipp überden ,, Fasching in der Grünau" denkt, oder an seine Volkskundlichen Beiträge ausdem Toten Gebirge.

Aber Lipp hat 1968 die Sammlung Spiegl von Ischl nach Linz übergeführt, unddamit in den Gesamtzusammenhang mit den Zeugnissen der Volkskultur im übrigenOberösterreich gebracht, und so muß doch betont werden, daß er in den langen Jah-ren seiner Linzer Museumstätigkeit immer für das ganze Land ob der Enns da war.Er hat sich ab und zu auch wieder mit den einzelnen Landesteilen beschäftigt, hat et-wa das ihm sehr wohl bekannte obere Innviertel stets hervorgehoben und die bayri-sche Eigenart seiner Menschen herausgestellt. Er hat sich aber doch auch sehr mitdem gewissermaßen vor der Linzer Haustür nach dem Norden zu gelegenen Mühl-viertel beschäftigt, in einer feinen Studie seine Landschaft und Kultur 1968 darge-stellt, und gelegentlich, 1965, auch eine Ausstellung darüber veranstaltet. Schondurch die dauernde Beschäftigung mit dem Hinterglasbild lag ihm diese Landschaftja nahe.

Die vielen Kenntnisse und Erkenntnisse aus den reichen Teilgebieten der Volks-kultur im Lande ob der Enns hat Lipp schon 1952 in jenem köstlichen Bildatlas mitden Tafeln von Rotraut Hinderts- Kutscher darzustellen unternommen. Es war dieZeit, in der man vielenorts solche schaubare Kartenformen anstrebte, und es istschade, daß dieser Art- und Brauch- Atlas von 1952 eigentlich etwas zu wenig be-kannt geworden ist. Lipp hat diese Darstellungsart später bei seinen Karten in derNeuaufstellung der Volkskundeabteilung im Linzer Schloßmuseum ansehnlich aus-gebaut. Und auch seine Mitarbeit am Österreichischen Volkskunde- Atlas hat daranAnteil. Aber man muß die museale Tätigkeit doch ganz besonders betonen. Lippkonnte sich in den ersten Jahren nach dem Krieg, als er diese Abteilung vor allemsammlerisch ausbaute, im Hauptgebäude des Landesmuseums kaum ausbreiten.Dieses franzisco- josefinische Gebäude hat außen ein stattliches Reliefband und in-nen ein großes Stiegenhaus; mit den Sammlung- und Depoträumen steht es dagegenweniger gut, und die Kustoden hatten auch keine sehr günstigen Räume. Lipp, derin jenen Jahren rasch und mit glücklicher Hand den Bestand zu mehren wußte,mußte die Bestände dauernd außer Haus unterbringen. Nur wer damals mit ihm dieauf dem Dachboden einer nahegelegenen Schule provisorisch aufgestellten bemaltenMöbel gesehen hat, der weiß, wie schwierig sich diese Dinge doch zunächst anließen.Aber im Gegensatz zu manchen anderen Ländern und Städten gelang es in Linz, eingroßes altes Gebäude für den Zweck des Museums zu adaptieren: Das LinzerSchloß, längst als Schloßkaserne unansehnlich geworden, wurde gründlich saniertund schön und vernünftig ausgebaut. 1966 zogen die kultur- und geistesgeschichtli-chen Sammlungen des Museums dort ein, und Lipp konnte die Abteilung Volkskun-de und die Krippensammlung, dann auch das Mostmuseum und die Fahrzeugsamm-lung aufstellen. Es ist eine der schönsten, am besten geplanten und künstlerischüberlegtesten Aufstellungen geworden. Bald ließ sich dort auch eine Sonderausstel-lung der bemalten Möbel veranstalten, und weiters zog auch die komplett übernom-mene Sammlung Spiegl dort ein, und Lipp hat alle diese Sammlungen nicht nur auf-gestellt, sondern auch die entsprechenden Kataloge dazu geschaffen.

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