Aspekte historischer Stadtkultur am Beispiel von Verlassenschaftsinventaren
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10 Kategorien von Fahrnissen auf, 37 während der Gesamtwert der Inventa-re mit der genauesten Kategorisierung zwischen 1.100 und 4.900 Guldenliegt. Dies ist eine Größenordnung, die auch bei reicheren Seckauer Inven-taren, besonders im 4. Viertel des 18. Jahrhunderts immer wieder erreichtwird, ohne daß jedoch hier eine genauere Kategorisierung vorhanden wäre.
Die genauere Gliederung betrifft auch die Bezeichnung der einzelnenRäume. Sie ist etwa in Bayern in den ländlichen Inventaren die Regel,während sie in der Steiermark fast nur in märktischen und städtischenInventaren zu finden ist. Bei den Grazer Inventaren stellt sie meist nur eineUntergliederung des nach Materialien gegliederten Bestandes dar: Metall-geschirr und Textilien werden in toto aufgelistet, Möbel hingegen, gerneals Holzwerk bezeichnet, oft nach den Räumen untergliedert. Von der Ter-minologie der Räume her läßt sich nach Harald Sammer ab dem Ende des16. Jahrhunderts das Aufkommen der städtischen Bezeichnung Zimmer fürStube und Kammer feststellen, die langsam zunimmt, um schließlich dieälteren Begriffe völlig zu verdrängen.38 Die Aufzählung der einzelnenRäumlichkeiten erlaubt natürlich auch Rückschlüsse auf die Raumstrukturdes Hauses, etwas was man bei den meisten ländlichen Inventaren der Stei-ermark leider vermiẞt.
Zweifellos ist die Art, wie innerhalb eines Verwaltungskörpers gewisseRegeln formuliert werden und wie mit ihnen umgegangen wird, ein Indi-kator für kulturelle Befindlichkeiten. So zeigen die vom Magistrat Grazbzw. dem gerichtlich abgeordneten Spörr- und Inventurs- Kommissar alsseinem Vertreter unterfertigten Inventare ein deutlich anderes Bild als diegleichzeitig entstandenen der Herrschaft Seckau: Der Umgang mit dem zurVerfügung stehenden Platz und damit mit dem doch teuren Papier ist in derRegel großzügiger. Als Papierformat wird das Quartformat bevorzugt,während bei den Seckauer Inventaren das Oktavformat die Regel ist. Den-noch sind Seiten mit lediglich 5-6 Einträgen bei den( großen) GrazerInventaren keine Seltenheit, während die( kleinen) Seckauer Seiten in derRegel die doppelte Anzahl von Items aufweisen. Daß die Beschreibungenin der Stadt meist etwas ausführlicher sind, ändert hier nichts am prinzipi-ell großzügigeren Umgang mit dem Papier.
Die an der Schätzung beteiligten Beamten, Schätzleute und Zeugenwerden in den Seckauer Inventaren zwar namentlich und mit ihrem Wohn-ort angeführt. Die Authentifizierung erfahren diese Inventare jedoch nurdurch das Siegel des Domprobsts bzw. nach der Auflösung des Stifts im