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Urbane Welten : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1998 in Linz
Entstehung
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Aspekte historischer Stadtkultur am Beispiel von Verlassenschaftsinventaren

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Tagung und zentrales Erkenntnisziel im bereits erwähnten münsterschenForschungsprojekt, erfordert jedoch eine besonders gute Quellenlage.Nicht nur, daß sowohl im städtischen als auch im ländlichen Bereich ent-sprechend große Zahlen von Inventaren vorhanden sein müssen, sie soll-ten auch auf einer einigermaßen vergleichbaren rechtlichen Basis stehen,um valide Aussagen treffen zu können. Die zahlreichen Arbeiten, die zudiesem Problemkreis entstanden sind, zeigen dabei sehr unterschiedlicheVerhältnisse zwischen Städten und ihrem jeweiligen Umland. 13

Wohnausstattung

Inhaltlich lag der Schwerpunkt des Projekts in Münster auf dem Woh-nen. Arbeitsgeräte und Kleidung, aber auch Verschuldung und Reichtumspielten nur eine periphere Rolle. Uwe Meiners erkannte dabei für Mün-ster, daß ,, innerhalb einer Vermögensschicht und in ähnlichen finanziellenVerhältnissen die verschiedenen Sachgruppen unterschiedliche Wertschät-zung erfuhren. So achtete ein Höker, als nicht gelernter Kaufmann auf deruntersten Stufe städtischer Händlerschaft zu finden, mehr auf eineanspruchsvollere Mobiliarausstattung, während bei einem Gelbgießer dasMobilvermögen in der Kleidung steckte. Meiners erhob daraus die Forde-rung ,,, zukünftig[...] alle Bereiche der Sachkultur im Auge[ zu] behalten,um vor Fehlinterpretationen bewahrt zu bleiben." 14

Als theoretisches Modell stand der Verlauf von Innovation und Diffu-sion im Mittelpunkt des Interesses, wobei es vor allem um die Eingliede-rung städtischer Möbelformen in die Haushalte des Umlandes ging.15

Methodische Aspekte

Diese Untersuchungen waren nur auf der Basis großer Fallzahlenerfolgreich durchzuführen, was auf der anderen Seite natürlich Einschrän-kungen bedingte: Die Inventare konnten nur in kodierter Form aufgenom-men werden, mußten also von Anfang an normiert und vereinheitlicht wer-den, was freilich zu dieser Zeit auch technisch bedingt war. Die Bedeutungdes Einzelinventars, der interpretativ- hermeneutische Ansatz, warzweitrangig. Gerade hier bietet sich die Formalisierung eines hermeneuti-schen Zugangs an, um durch den Einsatz entsprechender datentechnischerVerfahren einerseits diesen qualitativen Zugriff methodisch zu bereichern,