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Susanne Breuss
scheinbar, sondern gründlich“.52 Die Argumentation der Haushaltsratgeberund Werbeschriften entspricht im wesentlichen jener der zeitgenössischenHygiene- Lehrbücher, die die Reinlichkeit in den Wohnungen, insbesonde-re auch die Staubbekämpfung, als wichtige hygienische Vorsorge betrach-ten( vor allem in Hinblick auf Krankheiten wie TBC). Nicht zuletzt durchdie zahlreich verbreiteten Ratgeber für die( Haus-) Frau wurde eine neue,wissenschaftlich gestützte und begründete Alltagspraxis befördert, was amBeispiel der Staubentfernung besonders deutlich nachvollziehbar ist.
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Wie bereits erwähnt, enthielten die meisten Haushaltsratgeber umfas-sende Anleitungen zur Staubentfernung und Hinweise auf konkrete Maẞ-nahmen gegen den Staub in den Wohnungen. In der Regel wird betont, daßes in erster Linie darauf ankomme, den Staub nicht aufzuwirbeln, sonderngründlich zu entfernen. Verschiedene, zum Teil einander durchaus wider-sprechende Methoden werden angeführt. Selten fehlt auch die Mahnung,den Staub überall, das heißt auch in den kleinsten, entlegensten und unein-sehbarsten Ritzen und Winkeln zu entfernen. Der von draußen kommendeStaub soll den Empfehlungen zahlreicher Haushaltsratgeber folgend ―wieder dorthin zurück befördert werden. Schleker empfiehlt z.B., die Vor-hänge täglich nach draußen auszuschütteln, verweist alllerdings auf man-cherorts bestehende diesbezügliche Verbote durch die Polizeivorschrif-ten. 53 Besondere Bedeutung kommt der Schwelle zwischen drinnen unddraußen zu. Nicht nur der Architekt Bruno Taut forderte eine„, Nötigungzur radikalen Schuhreinigung“ 54 beim Eintreten in das Haus bzw. in dieWohnung, die meisten Haushaltsratgeber enthalten Hinweise, die Schuhegründlich abzuputzen oder besser noch ausziehen. 55 Hilfsmittel zur Schuh-reinigung wie Türvorlegematten gehörten bald zur Standardausstattung.Manche Autoren gingen in ihren Ratschlägen bezüglich der Vorbeugunggegen ,, das Einschleppen des Staubes von außen" noch weiter:
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Den Staub bringt man von überall auf Kleidern, besonders auf den Schuhenund auf langen Damenschößen. Mittel dagegen sind sehr naheliegend: Tragenkürzerer Damenschöße, Ablegen der Oberkleider und Reinigen der Schuhe beiBetreten der Wohnung. In Wohnräumen, insbesondere aber im Schlafzimmer,soll man nur mit Hausschuhen bekleidet umhergehen. Am besten wäre wohl,bei Rückkehr ins Wohnhaus sofort die Reinigung der Kleider, natürlich außer-halb der Wohnung, durchführen zu lassen".56
In diesem Zusammenhang ist auch auf die Bedeutung des Vorraumesals Schmutzschleuse, als Übergangsraum zwischen drinnen und draußen,