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Urbane Welten : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1998 in Linz
Entstehung
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Claudia Peschel- Wacha

nung. In Linz befinden wir uns in einer Donaustadt, und noch mehrereandere Städte neben Wien, Budapest und Regensburg werden als Donau-stadt bezeichnet. Entscheidend dafür ist die Lage eben an den Ufern derDonau. Erschwerend für den Wiedererkennungswert in bezug auf das Bilddes Wiener Bezirksnamen ,, Donaustadt" kommt dazu, daß die Gebietsbe-zeichnung auf zwei verschiedene Regionen in Wien angewendet wurde.

Bei der Bezirksnamensgebung im Jahre 1954 existierte bereits seitmehr als acht Jahrzehnten der Name Donaustadt als Gebietsbezeichnung inCisdanubien:, Donaustadt heißt der am neuen Stromufer entstandeneBezirksteil. Nach der Donauregulierung war man bestrebt, auf dem neuge-schaffenen erhöhten Ufergelände Lagerhäuser und Fabriken zum Handels-kai hin zu verlegen", heißt es in einem umfassenden Wiener Geschichts-buch im Kapitel Leopoldstadt.26 Im Standardwerk der sozialgeographi-schen Stadtforschung von Hans Bobek und Elisabeth Lichtenberger wirdnoch in der zweiten Auflage von 1978 die Gebietsbezeichnung Donaustadtsowohl auf Cis- als auch auf Transdanubien angewendet. Die obereDonaustadt( Viertel Engerthstraße) wurde zu einem fabriksdurchsetztenArbeiterwohnquartier mit besonders tristen Wohnverhältnissen und einemdurch die Nähe der großen Bahnhöfe bedingten besonders hohem Prozent-satz von Untermietern. Die untere Donaustadt zwischen Reichsbrücke undAugartenstraße und längs des Praters entwickelte sich zu einem mehrkleinbürgerlichen Wohnviertel, in dem Fabriken zurücktraten".27 Im Buchwird der zeitgleichen Verwendung von Donaustadt für unterschiedlicheRegionen nicht nachgegangen.

Was bot die linke Donauseite ihren Besuchern nach der Donauregulie-rung für ein Bild?

Ästhetik der Landschaft

Es ist eine bekannte Tatsache, daß im hügeligen Westen einer Stadt dieattraktivsten Wohngegenden liegen. In den späten Zeiten der Monarchiesuchte der Stadtbewohner das Dorf als Ort der Sommerfrische im alpinenRaum. Man machte sich ein bestimmtes Bild vom, Dorf" und idyllisierteklassische Bergdörfer. In dieses Bild paßten die Dörfer in der Ebene desMarchfelds nicht. Für den wirtschaftlich an die Hügel des Wienerwaldesgebundenen Wiener Stadtbürger waren die Aulandschaften der Donau mit