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Urbane Welten : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1998 in Linz
Entstehung
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Thomas Hengartner

einnehmen und gleichsam in den persönlichen Besitz" übergegangensind. Hier, aber auch jenseits einer mental- map- Forschung, ist der Bedeu-tung von Stereotypen und Images, die jenseits, individuell verschiedenar-tig ausgeprägter Erlebnisfelder" 81 zu Bestandteilen eines gemeinsamenStadtbildes werden, weiter nachzugehen. Wenn Helge Gerndt 1985 fürMünchen von, Frauenkirche, Hofbräuhaus,(...) schönen Mädchen, Stu-denten Künstlern,(...) Bier, Biergarten, Oktoberfest, Fasching, Weißwurst,Maẞkrug, Lederhose" als allgemein bekannten Situationssymbolen"spricht, so mag man ob des folkloristischen Eindrucks vielleicht fälschli-cherweise darüber hinweglächeln, daß solche und subtilere vereinfachteund verzerrte Vorstellungsbilder durchaus zu Verhaltenssicherheit undUmweltbewältigung beitragen und als kulturell verarbeitete Bilder derWirklichkeit gelesen werden können. So ist zu fragen, ob nicht den Unter-suchungen zu Stadtbildern in Reiseführern 82 solche zu Images und Stereo-typen in den Köpfen von Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern beizu-gesellen wären. Im Falle Hamburgs, so die Resultate eines kleinen For-schungsprojekts, weist sich auf jeden Fall, daß zwischen den individuellenund den zahlreichen offiziellen und offiziösen Images verstanden als,, Wahrnehmungsanleitungen" 83 bzw.-angebote

besteht.

eine Wechselwirkung

Asphalt, Beton, Stahl und Glas: Zur Materialität der Stadt

,, Ich verlange von einer Stadt, in der ich leben soll: Asphalt,Straßenspülung, Haustorschlüssel, Luftheizung, Warmwasserleitung.Gemütlich bin ich selbst." 84 Mit diesen vielzitierten Worten hat Karl Kraus1919 seine persönlichen Anforderungen an eine Großstadt umschrieben.Die Aussage ließe sich in verschiedenen Richtungen interpretieren, hierinteressiert vor allem, daß mit dem, Asphalt" an erster Stelle ein Materialals besonders urban herausgehoben wird. Es ist denn auch die Materialitätder Stadt, die hier als zweite Perspektive für die Untersuchung der Wahr-nehmung städtischer Umwelt angesprochen werden soll.

Asphalt, das hat Simone Wörner in einem unlängst erschienenen Bei-trag eindrücklich herausgearbeitet, steht weithin unbefragt als Attributgroßstädtischen Lebens" ,,, als Symbol für Fortschritt, Modernität und Zivi-lisation", ja, als Metapher für die Großstadt als ganzes in ihren negativenund positiven Seiten".85