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Urbane Welten : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1998 in Linz
Entstehung
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Zur Wahrnehmung städtischer Umwelt

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der fünfziger Jahre ausführlich dargestellt werden. Und was Commen-da unter, biologisch- soziologischer Betrachtung rubriziert, erweist sichfast ausschließlich als Aufzählung von Splittern und Funden zuBrauchtümlichem und Traditionellem im Jahres-, Lebens- und Berufskreis,als Ausführungen zu Sprache, Dichtung, Erzählung, Lied, Musik und Tanz.All diese Phänomene werden zwar auf Grund eines akribisch aufgearbei-teten Quellenmaterials dargestellt, aber kaum in die Gegenwart verlängert.

Schon Commenda war klar, daß sein Sammelwerk kaum neue oderweiterführende Aspekte enthält, wofür er die Fülle des Stoffes" und feh-lende Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Städten verantwortlich macht,was das, Zusammenschauen der Teilerkenntnisse und das Zusammenfas-sen der Teilergebnisse(...) auf dem Gebiet der Stadtvolkskunde(...)" nochverunmögliche.17 Trotz oder vielleicht gerade wegen des Auseinanderklaf-fens von theoretischem Anspruch und praktischer Ausführung dasheißt, weil sie kaum irgendwo wirklich Neuland betrat, sondern auf bisherweitgehend gemiedenem Terrain in den gewohnten Bahnen weiterfuhrfand seine Linzer Stadtvolkskunde, so der Autor selbst ,,, in der Fachweltungewöhnlich einheitliche und herzliche Aufnahme" 18. Aus heutiger Sichtfällt es leicht, an Commenda( und übrigens auch an der Wiener Stadt-volkskunde seines Mentors Leopold Schmidt) Kritik zu üben. Sinnvollererscheint mir aber herauszuheben, daß selbst eine am klassischen Kanonorientierte Arbeit wie diejenige Commendas in der fachlichen Diskussioneine nicht zu unterschätzende Leistung darstellte. Um das etwas näher zuerläutern, komme ich zum zweiten Anfang.

Geschichtsbild-Stadt und Volkskunde: Zur Geschichte einereintrübten Wahrnehmung?

Volkskunde und Stadt waren lange Zeit in einer gewissen Haßliebe mit-einander verbunden. Meist wurden urbane Welten aus dem volkskundlichenWahrnehmungsbereich weitgehend ausgeschlossen, bildete die Stadt eine ArtNegativfolie zum klassischen Kanon des Fachs.19 Ein kurzer Blick auf dieeingetrübte Wahrnehmung und die zögerliche Aneignung der Erforschung derstädtischen Umwelt aus fachgeschichtlicher Perspektive20 soll- als ein Pro-blem, das unmittelbar aus der inhaltlichen Ausrichtung und dem fachlichenSelbstverständnis der Volkskunde heraus erwachsen ist folgen.