RAINER ALSHEIMER
Massenveranstaltung, Musikkonserve ironisiert, so käme er heute nicht umhin, auchdas Internet in diese Reihe einzuordnen.
Das surfende Individuum kann nämlich heute, um allein und ungestört zu sein imDialog mit seinem Personalcomputer, sich mitternachts zu einem Museumsbesuch imWorld Wide Web entschließen. Dazu wird von ihm die Suchmaschine Lycos- oder eineandere- mit dem Begriff ,, Virtuelles Museum" geladen und auf Suche geschickt. Kurzdarauf meldet sie 843 Seiten29, d.h. Museumsadressen, angeführt von AERIA, einerAntikensammlung- gespeichert vom Fach Klassische Archäologie der UniversitätErlangen, die dem Besucher eine Galerie der Gipsabgüsse und eine Originalsammlungantiker Keramik und Kleinkunst als zu betretende Räume anbietet, zum Zugang zumArchiv mit kurzem Leitfaden zum Gebrauch des Archivs ermuntert, den Bastler miteiner kleinen Bauanleitung für Vitrinen erfreut und ein Besucherbuch ausgelegt hat, indas man Anregungen zur Verbesserung des Museums einschreiben kann. Danachfolgend sind von Lycos Luftfahrtmuseen gebündelt: Bari Museum, Bari; Aviodome,National Aeronautical Museum, Amsterdam; Museum of Army Flying, Stockbridge;Fleet Air Arm Museum, Ilchester; Technik- Museum, Speyer; Deutsches Museum,Flugwerft Schleißheim, Oberschleißheim; Internationales Luftfahrt- Museum, Villin-gen- Schwenningen, anschließend beginnt das Feld des Virtuellen Museums für Indu-striekultur der Deutschen Gesellschaft für Industriekultur e.V. mit einer allgemeinenBeschreibung und dem ,, Alten Schiffshebewerk Henrichenburg, Standort des Westfä-lischen Industriemuseums im Schleusenpark Waltrop". Und damit sind die ersten zehnWebseiten durchgesehen.
Wir erkennen: Als virtuelle Museen werden sehr oft die Webseiten bestehenderklassischer Museen zusammengefaßt- aber nicht nur. Sie sind damit Werbemittel fürBesucherwerbung- aber auch dies nicht nur. Dies zeigt sich beim Thema Computer,welches nun ausgewählt wird, da Computer im Bereich Virtualisierung eine hochbri-sante Rolle spielen aber auch, weil elektronische Rechner als Objekte der Musealisie-rung erst verspätet entdeckt – nämlich mit dem Einsatz der Klein- und Personalcom-puter und davor selten gesammelt wurden. Das Virtual Museum of Computing( VMOC) 30,, supported by ICOM"- stellt sich als Sammlung von Webseiten undHyperlinks( Adressenverzeichnisse) dar, die die Geschichte der Computerisierung undauf Computer gespeicherte Ausstellungen zu diesem Thema lokal und weltweit zusam-menfassen. Beim Betreten der ersten Seite erfährt der Besucher am 12. August 1998,daß er der 174.923ste Besucher seit der Eröffnung des Museums am 1. Juni 1995 ist.
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29 http://www.lycos.de( Letzte Suche zum Thema: 25.9.1998).
30 http://www.comlab.ox.ac.uk/archive/oster/Museums/computing.html. Letzter Besuch: 12.8.1998.
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