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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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PHONIX AUS DER ASCHE

Im Gegensatz zu den Konzepten der achtziger Jahre, die vorhandene Raumensem-bles entweder ersatzlos eliminiert oder sich damit nie konkret auseinandergesetzthaben, versucht das aktuelle Konzept, bestimmte Raumeinheiten aus dem alten Mu-seumsrundgang- gestützt durch eine zusätzliche Informationsebene-bewußt zu inte-grieren.

Es handelt sich dabei zunächst um die Rauchstube aus Oberrohrbach auf der Packin der Weststeiermark. Viktor Geramb, dem die Erforschung der ostalpinen Rauchstu-ben ein besonderes wissenschaftliches Anliegen war, ließ 1914 diesen multifunktiona-len Originalraum in das Erdgeschoß seines neuen Museums übertragen. Die Rauchstu-be wird ihren zentralen Platz im Museumsrundgang behalten, der Besucher wird amBeispiel dieses archaisch anmutenden Raumtyps Wissenswertes über historischeWohnverhältnisse erfahren und mit Hilfe eines interaktiven Mediums alle Funktionender Rauchstube und des Rauchstubenhauses begreifen können. Die Rauchstube istLeitobjekt des ersten Themenkreises der Schausammlung. Die der Rauchstube benach-barten Räume befassen sich einerseits mit dem Aspekt ,, Wohnen im Umbruch,andererseits mit dem vielschichtigen Bereich ,, Arbeit im Haus", ausgehend von derMultifunktionalität der Rauchstube. Damit ist das Raumangebot im Erdgeschoß desKlostergebäudes für die Schausammlung bereits ausgeschöpft. Über einen neu zuerrichtenden Lift oder das jahrzehntelang ungenützte hintere Stiegenhaus gelangt derBesucher in den ersten Stock, in dem sich das Thema ,, Wohnen" fortsetzt. Dieser demSchloßberg zugewandte Trakt des Hauses wird künftig zur Gänze in den Rundgangeinbezogen, während in der Aufstellung bis 1985 nur ein Teil genutzt war, der Besucherdoppelte Wege zurücklegen mußte und keiner eindeutigen Gehrichtung folgen konnte.

Der erste Raum im Obergeschoß ist dem Möbelbestand der Sammlung gewidmet.Aufgrund der Raumknappheit wird hier eine semipermanente Präsentation von Möbelnvorgenommen, wobei zunächst mit Truhen begonnen wird. Es soll der anheimelndeCharakter vieler musealer Möbelsammlungen vermieden werden, dafür soll der tech-nisch- materielle Aspekt ebenso wie stilistische Entwicklungszusammenhänge oderunterschiedliche Gebrauchsfunktionen zur Geltung kommen.

Den räumlichen Abschluß des ersten Schausammlungsbereiches bilden wiederdrei historische Einbauten aus der Geramb'schen Konzeption: Die obersteirischeSchlafstube, die Rauchküche und das( rauchfreie) Stübl. In der alten Präsentationbildeten diese drei Räume eine fiktive Einheit und lösten beim Besucher ähnlicheEmotionen aus wie die Rauchstube im Erdgeschoß. In Wahrheit unterscheiden sie sichallerdings grundlegend. Das Mobiliar der Schlafstube stammt keineswegs aus einemeinzigen Haus. Es wurde lediglich anhand verschiedener Betten und Einrichtungsge-genstände bäuerlicher Schlafräume ein solches Ensemble inszeniert. Dieser Umstandwurde bei der Neuplanung berücksichtigt. Der Raum wird zwar nach wie vor dem

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