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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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ROSWITHA ORAC STIPPERGER

Der Sammlungsbestand des Volkskundemuseums bietet auch ohne landwirt-schaftliche Sachgüter reiches Material für eine ausgewogene Präsentation.

So wird die Neuaufstellung der Sammlung Einblick in die zentralen Lebensberei-che Wohnen, Kleiden, Glauben in ihrer Ausprägung in vorindustrieller Zeit bieten.Dazu hat das Museum seine reichsten und wertvollsten Bestände. Diesen drei Berei-chen kann der Begriff ,, Schutz übergeordnet werden, wobei der Weg von außen nachinnen führt, vom Dach über dem Kopf über die textile Umhüllung des Menschen biszum geistigen Schutz. Die neue Präsentation stellt den Menschen in den Mittelpunktund legt Wert auf die sozialen und kulturellen Beziehungsgefüge zwischen den Men-schen und den von ihnen hinterlassenen Objekten. Auswahl und Zusammenstellung derExposita lenken den Blick auf dahinterliegende Ordnungen und Lebenszusammen-hänge.

Der Museumsrundgang beginnt allerdings schon zuvor mit einem einleitendenAbschnitt, der anhand eines einzigen Objektes, an einem bemalten Möbel, alle nurdenkbaren Möglichkeiten volkskundlicher Betrachtungsweise aufzeigt. In diesem Aus-stellungsstück verdichten sich weite Bereiche des Museums. Seine ikonographischeSchauseite hat mit Ritualen und dem volkstümlichen Frömmigkeitsverständnis zu tun,als Möbel ist es Teil des Wohnens, als Behältnis für Textilien deutet es auch diesenSchausammlungsbereich bereits an. Der kulturelle und regionale Kontext läßt sichebenso andeuten wie der funktionale, ikonographische und soziale Aspekt.

An dieses exemplarisch dargestellte volkskundliche Objekt schließt ein Exkurs indie Geschichte des Volkskundemuseums, der unter dem Arbeitstitel ,,` Volkskulturzwischen Gebrauch und Deutung" verschiedene Subthemen vereinigt. Durch zahlrei-che attraktive Exponate wird die Konzeption des Museum als Gesamtkunstwerk, wirdder Raumgeistgedanke eines Georg Hager³ deutlich, darüber hinaus wird das Lebens-werk Gerambs als eine zentrale steirische Kulturinstitution gezeigt, das seinen Auftragnicht nur in den klassischen Museumsaufgaben Sammeln- Bewahren- ErforschenVermitteln sah, sondern darüber hinaus- sammlungsunabhängig- zu einer Schnittstel-le steirischer Kulturpolitik wurde. Auch der Bezug zur joanneischen Gründungsideeund ihren Auswirkungen auf die steirische Volkskunde wird in dieser einleitendenRaumsequenz hergestellt, bevor der Übergang zum Thema ,, Wohnen" erfolgt.

3 Geramb erhielt durch Kurse beim königlich- bayerischen Generalkonservator Geheimrat Dr. Georg Hagerwichtige museologische Anregungen, die er in die Konzeption seines Volkskundemuseums einfließen ließ. DieHager'sche Lehrmeinung beeinflußte Geramb nachhaltig bei der Auswahl des Standortes und führte schließlichzur Entscheidung für das alte Kapuzinerkloster.

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