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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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HELFERT- THIRRING

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GRÖSSL

Haberlandt und Hein unter ,, Museumsleitung" firmiert. Und stellt man dazu seineVerdienste, die er sich auch bei der inhaltlichen Erschließung des Museumsbestandeserworben hat", in Rechnung, so war es nur gerechtfertigt, wenn ihm nicht nur im Jahre1901,, mit allerhöchster Entschließung" der Ausdruck der ,, Allerhöchsten Anerken-nung" bekanntgegeben wurde, sondern bereits im März 1895 das ,, silberne Verdienst-kreuz mit der Krone" des Franz- Joseph- Ordens verliehen worden war⁹3.

Das war keine geringe Auszeichnung für jemanden, der sich erst im Alter von 32Jahren auf eine ,, Präparatorenstelle mit der XI. Diätenklasse" 94 im k.k. naturhistori-schen Hofmuseum beworben und hier 1885 als ,, Aushilfsdiener" der anthropologisch-ethnographischen Abteilung vorerst ,, probeweise" eine Anstellung gefunden hat.95Damit hatte Grössl, der 1853 in Brigittenau geboren ist, eine Laufbahn eingeschlagen,die ihm als Sohn eines aus Böhmen stammenden ,, Grundbesitzers, Maschinenfabrikan-ten und Bürgers von Wien" 96 nicht in die Wiege gelegt war und die ihn vom Privatierund Hausbesitzer97 zum Staatsbediensteten der unteren Kategorie führte- eine Lauf-bahn, die mangels anderer Quellen mit den Angaben in Lehmann's Adreẞbuch grobangedeutet sei: Ab 1883 firmiert er als ,, Hauseigentümer in Obersievering98, lebt

90 Wie Anm. 71.

91 Katalog der Sammlungen des Museums für österreichische Volkskunde in Wien. Unter Mitwirkung von Dr.Wilhelm Hein und Franz X. Grössl verfasst von Michael Haberlandt". Wien 1897. Vgl. auch Größl, Franz X.:Die Länge Mariae. In: Zeitschrift für österreichische Volkskunde 3, 1897, S. 366 f.

92 Mittheilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde. In: Zeitschrift für österrei-chische Volkskunde 7, 1901, S. 199. Im gleichen Jahr wurde Michael Haberlandt der ,, Franz Joseph- Orden"verliehen.

93 HHSTA, 1895 r 150/5. Der Franz Joseph- Orden, 1849 gestiftet und ohne Rücksicht auf Geburt, Stand undKonfession verliehen, hatte drei Klassen, war, als ,, Massenorden schlechthin", dessen bürgerliche Inhaber,, nichtadelige Ritter" blieben, der bis zum Ende der Monarchie am häufigsten verliehene Orden und begehrter,krönender Abschluß einer durchschnittlichen Karriere im mittleren und niederen Beamtentum. Vgl. Megner,Karl: Beamte. Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Aspekte des k.k. Beamtentums(= Studien zur Geschichteder österreichisch- ungarischen Monarchie 21). Wien 21986, S. 329; Mericka, Václav: Orden und Ehrenzeichender österreichisch- ungarischen Monarchie. Wien- München 1974, S. 108 f.

94 Nach 1873 wurden elf Rang- oder Diätklassen der Beamtenschaft geschaffen, die für Entlohnung undhierarchische Stellung des einzelnen Beamten bestimmend war; Megner( wie Anm. 93), S. 336.95 HHSTA, 1885 r 50/ a/ 12.

96 Vgl. die Heimatrollen von Franz, Eduard sen., Eduard jun. und Robert Grössl.

97,, Es ist ein deutliches Indiz für die Bedeutung bestimmter Prestigefaktoren innerhalb der bürgerlichen Gesell-schaft, daß man an Stelle einer Berufsangabe ganz ostentativ Bezeichnungen wie, Hauseigentümer' ,, Privater',, Gutsbesitzer' u.ä. findet. Die hohen Mietzinseinkünfte ermöglichten es nach Angaben von 1869 immerhinca. 19 Prozent aller Hausbesitzer Wiens, allein vom Ertrag ihrer Realitäten zu leben"; Stekl( wie Anm. 35),S. 319.

98 Ein älterer Bruder, Eduard Grössl, findet sich im Lehmann' ab 1876 als ,, Hauseigentümer und Badhausbesitzer"ebenfalls in Obersievering, zuvor in Brigittenau als ,, Eisengießerei u. Masch. Fab. Besitzer". Ein Franz Grössl,

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