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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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HELFERT- THIRRING- GRÖSSL

demonstrativ zurückgelegt hatte was im übrigen ein weiteres Licht auf die nichtimmer ungetrübten persönlichen Verhältnisse im Vereinsleben wirft. Thirring ist-seiner bildungsmäßigen, beruflichen wie auch geographischen Herkunft nach- einnicht untypischer Repräsentant jener ,, interessierten Öffentlichkeit", deren Einbindungin die vereinsmäßig betriebene Sammlungs- und Forschungsaktivität statutarisch fest-gelegter Vorsatz war78; und die Tatsache, daß er drei Jahrzehnte( 1903-1931) dieverantwortungsvolle Rolle des Vereinskassiers innehatte, zeigt darüberhinaus die Be-deutung, die dieser Laienschaft auch auf administrativer Ebene zugekommen ist.

,, Ich kann diesen Bericht nicht schliessen, ohne[...] insbesondere der unermüdli-chen, in jeder Art bewährten Mitwirkung, die mir Herr Verwalter Franz X. Grössl beider Leitung des Museums zutheil werden liess, mit herzlichstem Danke zu gedenken." 79Michael Haberlandt bittet hier, auf der Jahresversammlung im Jänner 1898, einen Mannvor den Vorhang, der für den Verein in den ersten acht Jahren seines Bestehens einFaktotum im eigentlichen Sinne des Wortes gewesen ist. Franz Xaver Grössl, alsPräparator ebenfalls an der anthropologisch- ethnographischen Abteilung des k.k. na-turhistorischen Hofmuseums tätig80, war von Anfang an dem Verein eng verbunden,und es ist kein Zufall, daß bereits die erste Inventarnummer, eine Damenhandtascheaus Iglau ,, mit gepreßten Verzierungen und solchen aus ausgeschnittenen grünenLederstreifen, seine Erwerbung gewesen ist. Grössl hat der Sammlung in ,, unermüd-licher Kleinarbeit[...] einen beachtlichen Grundstock geschaffen" 81 und teils in Eigen-

Geographen an der Universität Wien. Wien 1906, S. XV- XXVII. Mit Hein schied auch dessen Hausarzt Dr.Rudolf Botstiber, ein Bruder Julius', aus dem Verein.

77 Das prägende Erlebnis der Erfahrung von Sprachgrenzen ist biographisch für viele Vereinsprotagonistenfestzumachen; neben Helfert sei hier nur Michael Haberlandt, dessen Familiensituation in Gottlieb HaberlandtsErinnerungen anschaulich geschildert werden( wie Anm. 73), genannt oder W. Hein, der einer ,, verbreitetenNeutitscheiner Familie" entstammte( Sieger[ wie Anm. 76], S. XVI). S. dazu etwa auch Johler, Reinhard: Dasnationale Erbe und die Nationalisierung von Kultur. Zum Beitrag der österreichischen Volkskunde. In: Krupa,András, Ernö Eperjessy, Gábor Barna( Hg.): Meetings of Cultures- Conflicts of Cultures. Lectures of thInternational Conference on Ethnographic Nationality Research, Békéscsaba 7-8-9 October 1993. Békéscsa-ba- Budapest 1995, S. 476-484.

78 Beitl( wie Anm. 1), S. 98.

79 III. Jahresbericht( wie Anm. 71), S. 13.

80 Und hier wohl ebenfalls in seinem Engagement für den Verein von seinem Vorgesetzten Heger nicht ebengefördert- wie etwa aus dem Schreiben des Intendanten Steindachners an das Obersthofmeisteramt vom 16.Jänner 1897 anläßlich der bevorstehenden Eröffnung des Vereinsmuseums hervorgeht, in dem dieser einUrlaubsansuchen für Grössl als ,, gleichwohl nicht von Seite des Abtheilungsvorstandes der anthropologisch-ethnographischen Abtheilung Custos Heger unterstützte Bitte" vorbringt; HHStA, 1897 r 76/3.

81 Schmidt( wie Anm. 62), S. 39.

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