KLAUS BEITL CURRICULUM VITAE
und der Anfang der Gebäudesanierung nach innen( Einbau von Zentralheizung, Strom-und Telephonleitungen, Sicherheitsanlagen etc.) bestritten. Hand in Hand damit gingdie zweite Bauetappe, die Errichtung von Werkstätten, Depot- und Archivräumen sowieBüros. Dazu war die schrittweise Entflechtung von Sammlungsbereichen und Depot-beständen und zusätzliche Raumbeschaffung im Hause( Ausbau von Dachboden undKeller), um das Haus( Einrichtung eines Depots im ehemaligen Bunker im Schönborn-park) und durch zusätzliche Depots außerhalb von Wien nötig.
Dies klingt, in zwei, drei Sätzen zusammengefaßt, relativ einfach, war aber eineungeheure Leistung in allen Details und bedeutete einen gewaltigen Kraftakt. Vorallem, als die Sache mitten im Geschehen aufgrund von staatlichen Sparmaßnahmenfür mehr als zwei Jahre ins Stocken geraten war und die Bauaktivitäten nahezu zumErliegen kamen, war es nur dem taktischen Geschick und der zähen Verhandlungsfüh-rung Beitls zu verdanken, daß die restliche Finanzierung sichergestellt werden konnte.Dazu gab es auch immer wieder andere Ideen im Rahmen eines großräumigen Mu-seumskonzepts für die Bundesmuseen im Zusammenhang mit den ebenfalls über Jahresich hinziehenden Diskussionen und Planungen für die ehemaligen Hofstallungen( Museumsquartier), wie etwa das Konzept eines Museum Humanum( Musée de l'Hom-me), in welches das Volkskundemuseum, gemeinsam mit der Völkerkunde, Anthropo-logie, Prähistorie u.a. eingebunden werden sollte. Klaus Beitl beteiligte sich natürlichan diesen Diskussionen, behielt aber stets den Blick für die Realitäten und dastatsächlich Machbare im Auge und behielt schließlich mit der Fortführung seineseigenständigen Weges in der Josefstadt recht.
Nach nahezu einem Jahrzehnt beharrlicher Arbeit konnte Anfang der neunzigerJahre der dritte und letzte Schritt, die Neugestaltung und-konzeption der ständigenSchausammlung ins Werk gesetzt werden. Auch hier bewies Beitl bei der Zusammen-stellung seines wissenschaftlichen Teams und der Auswahl der architektonischenGestaltung das richtige Gespür für die Erfordernisse der Zeit. Anfang 1994 konnte dieneue, formal und inhaltlich innovative Dauerausstellung der Öffentlichkeit vorgestelltwerden. Klaus Beitl darf damit für sich in Anspruch nehmen, sein Haus, das auf eine überhundertjährige Geschichte zurückblicken kann und in seiner historisch- wissenschaftlichenBedeutung unbestritten war, aber in seiner Öffentlichkeitswirksamkeit zu wünschen übrigließ, in die Gegenwart geführt zu haben und ihm neue internationale Anerkennungverschafft zu haben. Dies war der krönende Abschluß seiner offiziellen dienstlichenLaufbahn, der er mit einer würdigen Hundertjahrfeier des Vereins für Volkskunde Endedes Jahres 1994, das mit der Erreichung des 65. Lebensjahres auch seine Pensionierungals Bundesbeamter mit sich brachte, noch ein Glanzlicht aufsetzen konnte.
Zusätzlich zum Museum in der Laudongasse hatte Klaus Beitl noch zwei weitereInstitutionen zu leiten, was auch für ihn als Linkshänder nicht mit der linken Hand zu
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