KLAUS BEITL- CURRICULUM VITAE
Nach diesen Studien- und Postgraduierten- Jahren- der inzwischen Dreißigjährigehatte im Sommer 1959 die Juristin Dr. Ruth Wagner aus Schwaz in Tirol geheiratet-war es an der Zeit, sich nach einer festen Arbeitsstelle umzusehen. Eine Bewerbung imBrotmuseum in Ulm war von Erfolg begleitet, aber auch in Wien tat sich, zugleich mitdem Angebot einer Assistentenstelle an dem damals von Gerhard Heilfurth in Marburgan der Lahn begründeten Universitätsinstitut für Volksforschung, eine konkrete Mög-lichkeit auf. Leopold Schmidt versuchte seinen Schüler ans Haus zu holen, was Ende1959 unter für den Arbeitsuchenden etwas dramatischen Umständen gelang. Bis zuletztgab es keine fixe Zusage des Ministeriums in Wien. Klaus Beitl hatte sich daraufhinbereits nach Ulm verpflichtet, und als die Wiener Zusage dann schließlich docheinlangte, mußte der Arbeitsbeginn unbedingt noch zu Jahresende 1959 erfolgen, daman für 1960 eine Aufnahmesperre für den Bundesdienst verhängt hatte. Es galt dasVersprechen für Ulm zu lösen, die Chance in Marburg auszuschlagen und von Zendereine frühzeitige Entlassung aus dem Bonner Werkvertrag zu erwirken. Es darf als einfür österreichische Verhältnisse nicht untypisches Faktum gesehen werden, daß nun,fast vierzig Jahre später, nach Beitls Ausscheiden aus dem Bundesdienst, diese besagteStelle wieder durch staatliche Sparmaßnahmen blockiert wurde.
Die Jahre zwischen 1960 und 1977 bis zur Übernahme der Direktion des Öster-reichischen Museums für Volkskunde waren erfüllt von intensiver Innenarbeit für dasMuseum, den Aus- und Aufbau von Außenstellen gemeinsam mit Leopold Schmidt,von regen fachlichen Kontakten mit dem In- und Ausland, von der Intensivierung derVereinsarbeit und verschiedenen Publikationstätigkeiten. Leopold Schmidt war in densechziger Jahren sehr an der Erschließung der Sammlungen gelegen, die in der Frühzeitdes Museums rasch angewachsen, aber nur notdürftig inventarisiert waren. Man legteSammlerverzeichnisse, Herkunftsakte, Ortskarteien an, Beitl inventarisierte die Samm-lungen Südtirol, Vorarlberg, Frankreich nach bzw. neu. Diese beharrliche Archivarbeitwar wenig spektakulär, aber von unschätzbarem Wert in einer Prä- EDV- Ära, und auchheute noch profitieren wir ständig von deren Ergebnissen. Daneben fiel in diese Zeit,Mitte der sechziger Jahre, die Gründung von Außenstellen( Sammlung ReligiöseVolkskunst im ehemaligen Ursulinenkloster in der Johannesgasse in Wien undSchloßmuseum Gobelsburg bei Langenlois, NÖ), um der drückenden Raumnot desMuseums entgegenzuwirken. Bei all diesen Aktivitäten war Klaus Beitl in die Pla-nungs- und Einrichtungsarbeiten eingebunden. Hand in Hand damit ging eine regeAusstellungs- und Publikationstätigkeit, die sich in den Veröffentlichungsorganen desMuseums- Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, Ausstellungskataloge, Schrif-tenreihen des Vereins- und Museums für Volkskunde- publizistisch niederschlugen( vgl. anschließendes Schriftenverzeichnis). Inhaltliche und thematische Felder lagendabei in den Bereichen Brauchforschung, Volkskunst, Volksglaube, Erzählforschung
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