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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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KLAUS BEITL- CURRICULUM VITAE

Wiener Universität zwar nominell, aber nicht institutionell vertreten. Das Institut warnach dem Zusammenbruch des Naziregimes aufgelöst worden. Der belastete ehemaligeVorstand Richard Wolfram schien erst Mitte der fünfziger Jahre wieder mit Vorlesungenauf. Der 1945 abgelöste Direktor des Österreichischen Museums für Volkskunde,Arthur Haberlandt, erlangte die Lehrbefugnis bereits 1950 wieder, kündigte aber nureine Vorlesung pro Semester an. Die Hauptlast der volkskundlichen Lehre ruhte damalsauf Leopold Schmidt, der sich 1946 habilitiert hatte und von da an ein breites themati-sches Spektrum in seinen Vorlesungen vertrat. Er war gleichsam zu einem Vertretereiner neuen Theoretikergeneration geworden, neben Richard Weiss oder Mathilde Hainund es war, wie er selbst später einmal gesagt hatte, sozusagen Mode geworden, daßdie Söhne und Töchter von deutschen Kollegen bei ihm studierten. Er kündigte in denfünfziger Jahren meist vier Vorlesungen und Übungen pro Semester u.a. zur Theorieund Methodik der kulturhistorischen Volkskunde und zur Volkskunde und den geistigenStrömungen der Gegenwart an- volkskundliche Vorlesungen wurden damals alsAnnex zur Völkerkunde geführt und erschienen erst ab dem Wintersemester 1956/57wieder als eigene Studienrichtung- und las daneben regelmäßig am Institut für Theater-wissenschaft über sein bevorzugtes Spezialgebiet, das historische Volksschauspiel.Aber auch auf dem Gebiet der Sachforschung, des Gerätewesens, der Brauchgestaltenoder der Erzählforschung breitete er vor den Studenten die Fülle seiner Materialkennt-nis und interessanter Interpretationen so anregend aus, daß er für eine zwar zahlenmäßigkleine, aber hochinteressierte und-motivierte Hörerschaft, unter der sich zwischen1950 und 1956 auch Klaus Beitl befand, zu einem faszinierenden Lehrer wurde.

Im März 1953 kam Klaus Beitl erstmals über die Vorlesungen hinaus mit demMuseum für Volkskunde in Wien näher in Berührung. Leopold Schmidt beauftragte ihnim Rahmen eines kleinen studentischen Arbeitsvertrages mit der Neuinventarisierung derhiesigen bretonischen Sammlung. Im Hinblick auf die französischen Vergleichssammlun-gen des Museums unterstützte er auch die Bemühungen seines Studenten um ein Stipen-dium in Frankreich. Die Studienjahre 1953/54 verbrachte Klaus Beitl in Paris, einerseits ander Sorbonne, an der Ecole du Louvre, am Institut d'Ethnologie, aber mehr und mehr aucham Musée national des arts et traditions populaires( Atp), das durch die Persönlichkeitseines Chefkonservators Georges Henri Rivière in den fünfziger Jahren zur ersten Adressefür eine neuartige kreative volkskundliche Museologie avanciert war. Das Atp befand sichdamals im Palais de Chaillot gegenüber dem Eiffelturm. Klaus Beitl hatte dort ein kleinesZimmer und war in das rege Ausstellungsgeschehen, das sowohl von den Themen alsauch von der Szenographie her absolut innovativ war, eingebunden. Diese Lehr- undGesellenzeit war jedenfalls für den jungen Wiener Studenten prägend für seine spätereMuseumslaufbahn. Überdies konnte er sich dort die Grundlagen zu seiner Dissertationüber die Maskengestalt der Umgangsriesen erarbeiten.

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