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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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MARGOT SCHINDLER

1933 habilitierte er sich für Deutsche Philologie und Volkskunde und erhielt 1934, nachder Entlassung beim ADV, die ihn gemeinsam mit zehn weiteren wissenschaftlichenMitarbeitern traf, durch die Vermittlung seines Lehrers Arthur Hübner einen Lehrauf-trag an der Universität, den er bis zur Einberufung zur Wehrmacht 1944 innehatte. Eingroßer Freundeskreis von Kollegen und Studenten verkehrte in diesen Jahren imgastlichen Hause Beitl am Fuchspaß in Berlin- Zehlendorf, wo man gelehrte Disputa-tionen pflegte, Theater spielte, literarische Abende gestaltete. Die ersten zehn Jahreeiner behüteten Kindheit verbrachte Klaus Beitl hier in einer freundlichen Umgebungund einem ganz spezifischen akademischen Milieu, in dem von den politischen Span-nungen und wirtschaftlich beengten Verhältnissen der Zeit zumindest für die Kindernicht viel zu spüren war.

Die Situation änderte sich mit Ausbruch des Krieges. Man ging sonntags in derFrüh zur Kirche und anschließend in Uniform zum Appell der Pimpfe. Bei denHeimabenden war man aufmüpfig, aber nicht zuviel. Es reichte jedoch zur Strafverset-zung in ein Sanitäterfähnlein, was so ungefähr als ,, das Letzte" galt. Ein ähnliches Spielwiederholte sich ein paar Jahre später bei der Hitlerjugend in Vorarlberg. Irgendwannging man einfach nicht mehr hin, die Sache war zu öd. Die Folge war ein Banngerichtin Bludenz und endete mit strafweisem Motorradputzen an drei Sonntagen in einerGarage. Auch bei der Ausbildung in einem Lager in Volders tat sich der halbwüchsigeGymnasiast nicht gerade hervor. Nur zwei der Burschen beendeten das vormilitärischeAusbildungslager ohne Dienstrang, einer davon war Klaus Beitl. Schon der SchülerKlaus Beitl balancierte immer an der Kante zwischen Anpassung und Nonkonformität,immer jedoch mit dem richtigen Gespür für das nötige Gleichgewicht.

Als die Bombennächte sich in Berlin häuften und der Großvater in Schrunsgestorben war, brachte Richard Beitl seine Frau und die in Berlin geborenen KinderKlaus, Thea und Wolfgang in das elterliche Haus im Montafon. Die jüngste TochterKatharina wurde während des Krieges hier geboren. Klaus Beitl ging nun in Bludenzins Gymnasium, in eine neue, erst im Aufbau befindliche Schule, in welcher guteLatein- und Französischlehrer die Begeisterung für die romanischen Sprachen zuwecken vermochten. Von Jänner bis März 1945, als man das letzte Aufgebot mobili-sierte, wurde der Sechzehnjährige zum militärischen Hilfsdienst einberufen und absol-vierte unbeschadet einen Einsatz bei der Organisation Todt im Val Sugana in Südtirol.Der Mittelschulabschluß verzögerte sich so wegen des Krieges und einer schwererenKrankheit und erfolgte im Jahr 1950.

Zum Studium ging Klaus Beitl erst einmal nach Wien. Er belegte an der philoso-phischen Fakultät zunächst Vorlesungen in romanischer Sprachwissenschaft, französi-scher und österreichischer Literatur, deutscher Philologie, Phonetik, Rhetorik, Philo-sophie. Das Studienfach Volkskunde war in diesen Jahren nach dem Krieg an der

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