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Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis : Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag
Entstehung
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nahmen. Diese beiden, so merkt das Sitzungsprotokoll an, kauften stets ganze Haufen",hatten nicht über Teuerung zu klagen und begnügten sich mit der Zusicherung einesVorkaufsrechtes gegenüber auswärtigen Abnehmern auf alle Meiler des Herrschafts-gebietes.

Von der Besichtigung der Wälder in den Grundherrschaften Brunn am Steinfeld,Emmerberg, Seebenstein, Wartenstein, Kranichberg, Schottwien, Pottschach, Schwarzauam Steinfeld und Steyersberg wurde abgesehen, da man, ehe bevor schon genuggesehen", und so gelangte die Kommission noch am selben Tage nach Reichenau.

Am 19. Juni besichtigte die Kommission das Reichenauer Berg-, Floẞ- 22 undHammerwerk" und ließ sich über einige große Forste mit den Namen Kaltenberg,Sumpfen und Krumbach" berichten. Anschließend begab sie sich nach Wiener Neustadt.

Am 20. Juni, dem letzten Tag der langen Reise, wurden hier alle Eisenhändler undSchmiede, darunter auch die Faustschmiede 28 von Wiener Neustadt einvernommen, derKohlenpreis mit 10-15 kr pro Stibich je nach Sorte fixiert und mit dem Bürgermeisterein Übereinkommen wegen Vereinheitlichung des Kohlenmaßes zustande gebracht.Indessen traf hier ein vom 19. Juni datierter Brief ein, in dem der Verwalter vonGutenstein der Kommission mitteilte, er habe, wie vereinbart, die meisten Untertanen inseine Kanzlei berufen und ihnen gehorsamst" die Entscheidungen der Kommission undden herabgesetzten Kohlenpreis zur Kenntnis gebracht. Sie hätten aber übereinstimmenderklärt, daß damit weder das Holz noch die Unkosten bezahlt wären und daß sie damitweder sich selbst mit den Ihrigen mehr ernähren, noch viel weniger die auf ihrenGründen, vor allem auf den Wäldern liegenden Kontributionen sowie die immer größerwerdenden ,, Extrapostulate", also Sondersteuern, erschwingen könnten. Sei doch ihreinziges Einkommen der Ertrag des Holzes. Der Verwalter bitte daher den Eisenobmann,die Untertanen der Herrschaft Gutenstein in Anbetracht ihrer großen Bedrängnis vondem kürzlich festgesetzten, zu geringen Kohlenpreis zu dispensieren. Mit dieser Stellung-nahme des Verwalters Strenner wurde also die Arbeit der Kommission, soweit sie Guten-stein und die Piestinger Schmiede betraf, um den Erfolg gebracht.

Der Abschlußbericht der Kommission faßt als Gründe für die Verteuerung derHolzkohle in der Waldmark folgendes zusammen:

1. die vielen, neu entstandenen Fabriken;

2. die vermehrten Rüstungsaufträge infolge des Krieges gegen Preußen;

3. die 1757 und 1758 in Wien entstandene Holzknappheit. Dadurch sei man in den,, Herrschaftskucheln" zum Gebrauch von Holzkohle übergegangen;

4. das Nachlassen der Holzkohlenzufuhr auf dem Donaustrom aus, Bayern unddem Reich".

Ein echter Mangel an Holz sei in der Waldmark jedoch sicher nicht festzustellen.Schuld an der scheinbaren Verknappung sei die üble Wirtschaftsweise der Bauern, dievon den Grundherrschaften geduldet werde. Da die Waldbauern mit neuen ,, Steuern undGiebigkeiten" belastet worden seien, müßten sie trachten, immer mehr Kohle zu erzeugenund deren Preis zu steigern. Sie schlügen daher die nahe gelegenen Wälder kahl, ent-blößten sich damit der eigenen Holzvorräte und seien dann gezwungen, um leben zukönnen, Holz zur Verkohlung von den Herrschaften zu kaufen, die nun ihrerseits mitdem Preis hinaufgehen könnten. Bei dieser Gelegenheit hätten sich die reicheren unterden Kohlbauern ,, distinguiert", sie waren mit ihrem Kapital imstande, richtiggehende,, Handlungen mit Kohle" anzufangen. Die Herrschaftsverwalter hätten nur wenig ge-trachtet, dem abzuhelfen, im Gegenteil, die Holzverteuerung käme ihnen sogar zustatten.22 Floßwerk: hier für Hüttenwerk.

23 Faustschmied: ohne Wasserkraft, zum Unterschied von Hammerschmied.

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