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Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis : Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag
Entstehung
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Sprindel- und Naßbaches in die Schwarza triften und endlich in die Leitha, also in dieNähe von Wiener Neustadt, um sie dort ,, aufzukohlen". 17

Am 17. Juni wandte sich die Kommission nach der dem Grafen Ernst Hoyos ge-hörigen Herrschaft Stixenstein. Man kam nochmals an großen, zu Schwarzau undGutenstein gehörigen Forsten vorbei und besichtigte dann von der Langen Seite", einemteilweise überständigen Wald aus Buchen, Fichten und Tannen, die darüberliegende,, Dörr"( Dürre Leiten) und die gegenüberliegenden schönen Schoberwaldungen. Wäredieser Weg etwas verbessert, bemerkt die Kommission, könnte man die Holzvorrätehier gar wohl ausbringen. Derzeit werde aber nur ausgeforstet, das heißt, da die Be-wohner dieser Gegend hauptsächlich Weinstecken erzeugen, wird nur ein Bloch in derLänge eines solchen aus dem umgehauenen Stamm herausgenommen, das übrige aber,, haufenweise der Verfaulung überlassen".

Zwischen den Herrschaften Gutenstein und Stixenstein bildet hier die Mamau(-wiese) die Grenze. An dieser Stelle trafen die Reisegefährten mit dem StixensteinerJäger Joh. Georg Saywald zusammen und gelangten noch am Vormittag nach Puchberg.Dabei wurden verschiedene Gemeinde- und Untertanenwälder in Augenschein ge-nommen. Die Herrschaftswälder Hengst, Wieseltal, Gressenberg, Karnerleiten undHietberg( Hutberg) bezeichnet das Reisetagebuch als ,, considerabel". Alle diese Hölzerschienen gut bringbar, überall werde gekohlt, im ganzen Herrschaftsgebiet bei 200Meiler jährlich. Die Kohle gehe nach Gloggnitz, Neunkirchen, Wiener Neustadt undWien. Neben den Spuren der Ziegenhaltung erzürnte hier vor allem das Graß-schneiden" den Forstmann. 18

Trotz der großen Marschleistung dieses Tages erstieg die Reisegesellschaft noch amselben Tag über den Heuweg den Gahns, von wo man die ganze, meilenweit mitWäldern angefüllte Gegend" übersehen konnte. Hier, inmitten von ,, schönem, meist über-ständigem Gehölz" wurde genächtigt, 19 um dann am 18. Juni diesen Forst, zu demauch bemerkenswerte Bauernwälder gehörten, genau zu besichtigen. Nach Reichenau zulagen große Herrschaftswälder mit den Namen Mitterberg, Tatscherin und Saurüẞl".Das Holz war überaltert und von Windwürfen unterbrochen. Dem Eisenobmann wurdeberichtet, daß zwar ein Kontrakt mit der k. k. Nadelburg über einige Meiler pro Jahrexistiere, dies stehe aber, so meint Herr von Hallegg, nicht im Verhältnis zum Überstanddieser riesigen Wälder. ,, Der k. k. Nadelburg wäre sicher daran gelegen, selbst einenStrich Waldung bearbeiten zu lassen anstatt fertige Kohle zu kaufen. Dies möge man ihrebenso wie dem Stift Neubergischen Waldeisenbergwerk Reichenau über deren Ansuchengewähren." 20 Die Bringung sei hier kein Problem, stellt die Kommission fest: Das Holzvom Gahns ,, läuft von selbst zu den Kohlzugerichtern" 21 und, da die Wege gut ge-macht seien, wäre auch die Abfuhr der Kohle auf der Achse ganz bequem.

Gemeinsam mit dem entgegengekommenen Verwalter Augustin Leopold Loibl ginges nun nach Stixenstein, wobei man unter anderem auch an einem dem Wiener Neu-städter Neukloster gehörigen Waldstück vorbeikam.

Hier in Stixenstein fand eine kurze Besprechung statt, an der nur zwei Hammer-schmiede, nämlich Georg Auer vom Ödenhof und Lorenz Steinhauser aus Ternitz teil-

17 Diese Scheiterschwemme wurde dann 1783 tatsächlich eingerichtet und zwar vonGeorg Huemer und seinen Holzknechten.

18 Zur Gewinnung von Reisig für die Köhlerei, als Einstreu und in Notzeit als Viehfutterwurde der lebende Nadelbaum mit der Heppe( Schnoatmesser) entastet. Dies und die hiezunötigen Steigeisen waren dem Wachstum sehr schädlich.

19 Wohl in dem schönen, noch heute dort bestehenden Jagdhaus.

20 Alles Eisen mit Ausnahme desjenigen vom steirischen oder Kärntner Erzberg wurde mit, Waldeisen" bezeichnet.

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21 Kohlplätzen.

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