und betrieben damit einen schwunghaften Tauschhandel gegen Getreide oder Geld, derbis weit in das benachbarte Königreich Ungarn hinein nach Ofen und Stuhlweißenburg
reichte.
Den 16. Juni ging es weiter, das Preintal aufwärts, vorbei an den Gemeinde- undUntertanenwäldern des Mitterberges, die durch Brandwirtschaft arg beschädigt waren.Der Eisenobmann erstaunte über die Ausdehnung des Neuwaldes und bedauerte, daßdieser große Forst durch ,, Unwissenheit und Sorglosigkeit" unbearbeitet dastand und dasHolz hier fruchtlos verfaule. Seine ,, waldmännische Belegung" würde zunächst denarmen Untertanen, die von der Holzwarenerzeugung lebten, nützen und ihnen diederzeit so beschwerliche Holzausbringung auf dem Rücken" erleichtern. In zweiterLinie wäre aber allen Bewohnern des Viertels unter dem Wienerwald, besonders aberder Residenzstadt Wien mit ihrem großen Holz- und Kohlenbedarf geholfen und ebensoden vielen k. k. Cameralwerken, wenn man diese großen Wälder erschließen könnte.Es käme hier nur darauf an, daß die nach Gutenstein führende Straße fertiggestellt undder derzeit„, fast unpraktikable Weg" über Schwarzau bis in den Neuwald in gutenZustand versetzt würde. Dadurch könnte man nicht nur den Kohlentransport, sondernauch die Ausfuhr von Laden, Zeug- und Binderholz bedeutend erleichtern. 14
Der Eisenobmann brachte in diesem Zusammenhang in Erfahrung, daß die„, k. k.und landständische Niederösterreichische Oberwegdirektion derzeit schon dabei wäre,durch einige Wegmacher" die Straße bis Gutenstein ausbessern zu lassen, so daß sie bisetwa ,, drei Stunden außer Gutenstein" schon in gutem Zustand wäre. Man müsse jetztnur einige Leute mehr einsetzen und den Bau bis zum Neuwald fortführen. 15
Die Bauern dieser Gegend müßten, so meint die Kommission, in Anbetracht dergroßen Wohltat, die eine bequemere Holzwarenausfuhr wäre, sicherlich dazu bereit sein,mit Natural-, Zug- und Handrobot an diesem Straßenbau mitzuwirken, um so mehr alsdie meisten von ihnen mit Wagen und Gespann versehen seien, und sie würden sich andiesem Bau allenfalls auch entsprechend ihrem Vermögen finanziell beteiligen. DieGrundherrschaft Gutenstein, welcher der Straßenbau ohnehin gemäß den erlassenenGeneralien auferlegt sei, könne daraus ebenfalls nur Nutzen ziehen, und es wäre dahernur recht und billig, sie zur unentgeltlichen Beistellung des nötigen Brücken- undSchlagholzes zu verhalten. An den übrigen Baumaterialien sei durchaus kein Mangel.Die Erbauungs- und Erhaltungskosten könnten sicherlich leicht durch die Errichtungeiner Wegmaut hereingebracht werden, denn es sei zu erwarten, daß die Straße einebedeutende Frequenz aufweisen würde. 16
Der Eisenobmann stellte sich den Verkauf von Holzkohle so vor, daß einige Unter-nehmer in Gutenstein oder Pernitz Magazine errichteten, wohin die Bauern die Kohleliefern und wo die Abnehmer sie zu einem genau zu beobachtenden, festen Preis proStibich erhalten sollten. Er betonte immer wieder den hohen Nutzen, den nicht nur dieansässigen Gewerbetreibenden, sondern vor allem auch das k. k. Aerar davon hätten,wenn der in den letzten Jahren so sehr angestiegene Kohlenpreis wieder zum Sinkengebracht werden könnte. Es seien, so schließt der Kommissär diesen Abschnitt, dem Ver-nehmen nach weiter hinten noch andere Waldungen anzutreffen: im besonderen derNaẞwald und jene im Einzugsgebiet des Sprindelbaches. Man könnte sie mit Hilfe des
14 Die Erschließung des Neuwaldes durch Forststraßen ist erst nach dem Zweiten Welt-krieg durchgeführt worden.
15 Bekanntlich löste Georg Huemer dieses Problem durch einen Stollen, den er in denJahren 1822-27 durch das sogenannte Gschaidl schlug. Durch diesen schwemmte er das Holzdes Neuwaldes in die Schwarza.
10 Im Jahre 1791 trat dann die Herrschaft Gutenstein selbst mit dem Vorschlag an dieRegierung heran, den Verkehrsweg durch das Piestingtal als Kommerzialstraße auszubauen, was1818 endlich geschah. Vgl. Ast/ Katzer: Holzkohle und Eisen, Linz 1970.
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