lassen müßten. Erst wenn sich nach dieser„, Anfeilung" kein Käufer meldet, sollte es dem Bauernunverwehrt sein, den Meiler anderen Abnehmern zu verkaufen.
2. Das Kohlholz sei im aufgerichteten Meiler( bei 9 Schuh Breite und 71/2 Schuh Höhe) jenach Sorte mit 3 fl bis 4 fl 45 je Klafter zu bezahlen. Dazu kämen noch 1-2 fl Angabe proMeiler, sowie der Lohn des Köhlers und des Fuhrwerkers. Für jene Schmiede, die aus Mangel anGeld ganze Kohlhaufen nicht kaufen könnten, solle der Stibich Kohle je nach Sorte um 7 bis 8 krins Haus geliefert werden.
3. Übertretungen würden mit Konfiskation der Ware und bei Verkauf nach Klaftern mitzwölf Reichstalern, beim Verkauf nach Stibich mit sechs Reichstalern bestraft.
Den Zwischenhandel betreffend wurde in aller Strenge befohlen: Josef Kaiser aus Neusiedelhabe zunächst die ansässigen Schmiede, darüber hinaus aber niemanden anderen als die Kupfer-hämmer zu Waldegg, Wöllersdorf und St. Veit an der Triesting, die für das k. k. Münzamtarbeiten, zu beliefern. Es sei ihm untersagt, von anderen Bauern die Kohle fuhrenweise einzu-handeln und um erhöhten Preis weiter zu verkaufen. Dies wurde auch allen übrigen Kohlbauernverboten.
Es müsse sich die Herrschaft Gutenstein sowohl für die eigenen Forste als auch für alleUntertanen verpflichten, die am 31. Juli 1752 publizierten Verordnungen über das Waldwesengenauestens zu befolgen.
Erst nach Ende der Sitzung erschienen auch die rasch herbeigerufenen Hammer-werksbesitzer aus Piesting, Wopfing und Waldegg, denen man die getroffenen Anord-nungen nochmals genau erklärte und die sich in Anbetracht der ,, für die GutensteinerUntertanen so beschwerlichen Holzarbeit" mit einem erhöhten Preis für Kohlholz von3 fl 30 bis 5 fl einverstanden erklärten. Für einen Stibich zugeführter Kohle waren siebereit, 10-14 kr zu bezahlen. Die Piestinger wurden beauftragt, diese Regelung ihremVerwalter in Hernstein und dem Eisenoberamt in Wiener Neustadt zur Kenntnis zubringen.
Zum Abschluß dieses Tages bestieg die Kommission den Geißkopf, um von dort indie Forste der Steinapiesting zu blicken. Wie der begleitende Förster referierte, seien diemeisten Wälder bereits stark ausgeforstet, nur gegen die Höhe zu fände man„ liegendes",d. i. ungenutzt verfaulendes Holz. Der Ertrag könne aber wohl noch gesteigert werden,wenn ,, waldmännisch" gearbeitet würde, denn noch werde nicht schlagweise geholztsondern ausgeforstet, das„ Hohe- Stöcke- Machen“ und das„ Geißvieheintreiben" seiendurchaus üblich. Den Eisenobmann ergrimmte es besonders, als er hörte, daß fast jährlichim Frühjahr ausgedehnte Waldbrände entstünden. Ob diese von den Waldarbeiternangelegt würden, um neue Viehweiden zu gewinnen, oder von einem Wiener Pilzhändler,der die Tatsache ausnützte, daß auf den Brandflächen„ die Morcheln gerne und zahl-reich wachsen", konnte Herr von Hallegg nicht eindeutig klären.
Ohne sich auch nur einen Tag Pause zu gönnen, machte sich die Kommission an dieBesichtigung der übrigen Gutensteiner Forste. Am 14. und 15. Juni durchzog sie dasKlostertal, einen Teil des oberen Schwarzatales und kam endlich„, in den stundenlangenGraben", 13 wo überall neben Herrschaftswäldern auch Gemeinde- und Urbarswälderanzutreffen waren. Der Eisenobmann fand zwar„, den Holzgrund überall mit schönem,jungen Wachstum begabt", allein die Brandwirtschaft, die hier tief im Gebirge noch imvollen Umfang betrieben wurde, habe die prächtigsten Jungwälder mit ihren halber-wachsenen Größlingen vernichtet, so daß eine vollkommene Ausrottung der Wälderunvermeidlich schien. In dieser Gegend mußte solch eine strafwürdige Behandlung desWaldes um so unverständlicher erscheinen, als, wie der Eisenobmann feststellte, dieBewohner ausschließlich vom Holzwesen lebten und ihre Steuergelder damit erwarben.Denn sie lieferten nicht nur große Kohlenmengen an die Schmiede und Händler, sondernverfertigten auch verschiedene Binderwaren. Daneben erzeugten sie Läden und Zeugholz
13 Die Rotte„ Graben" entspricht etwa dem heutigen Ort Naßwald einschließlich derSingerin, sowie des Wasserbauern- und Lenzbauernhofes.
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