In die Forste des Stiftes Kleinmariazell einzusehen, erschien der Kommission eben-falls nicht nötig, da diese dem kaiserlichen Hof verpachtet waren, weshalb alles Holzdurch Schwemmbetrieb auf der Triesting in Form von Scheitern nach Wien und nichtszur Verkohlung kam.
Am 12. Juni trat Herr von Hallegg mit seiner Begleitung den Rückweg von Fahra-feld an, über Pottenstein, den sogenannten Hals und weiter durch das Schärftal. Hiebeibesichtigte man die rechter Hand liegenden, großen Pottensteiner Gemeindewaldungen,in denen Bau- und Zeugholz gewonnen wurde und wo die Pottensteiner Marktbürgerjährlich fünf bis sechs Kohlhaufen anlegten. Die Kommission bemerkte hier wieder dieuns schon hinlänglich bekannten Mißstände wie das Anpechen u. dgl. Sie vermutete, daßwohl auch die Gemeindewaldungen von Grillenberg, Veitsau, Neusiedl, Kleinfeld,Wopfing und Peisching einer ähnlich mangelhaften Bewirtschaftung unterliegen dürften,konnte sich jedoch mit deren Besuch nicht aufhalten.
In diesen, zum größten Teil der Herrschaft Merkenstein unterstehenden Forstenbildeten die k. k. Jagdböden 12 geradezu einen Lichtblick, was die Bewirtschaftungbetraf: Sie standen unter der Aufsicht der k. k. Jägerei, die ohne ihr Vorwissen nichtsabstocken ließ, den Vieheintrieb überhaupt nicht gestattete und auch für die Erhaltungvon Samenbäumen Sorge trug. Nur wenig Holz durfte hier verkohlt, sondern fast allesmußte zu Scheitern verarbeitet werden.
Den 13. Juni wurde die dem Grafen Philipp Hoyos gehörige Herrschaft Gutensteinkommissioniert und zunächst in Anwesenheit des Herrschaftsverwalters Benedikt Ferdi-nand Strenner, sämtlicher Schmiede und Hammerwerksbesitzer aus Gutenstein undSchwarzau, sowie einer Abordnung der Kohlbauern, an ihrer Spitze Josef Kaiser,Richter im Amte Neusiedel, eine Sitzung abgehalten. Der Eisenobmann mußte sofortfeststellen, daß er hier beim herrschaftlichen Verwalter keinerlei Entgegenkommenfinden würde, sondern daß dieser vielmehr die Kohlbauern in ihren angewohnten Un-ordnungen" und ihrem Bestreben nach„, freier Kohlverteuerung" noch unterstütze. Diesenttäuschte Herrn von Hallegg umsomehr, als er vernahm, daß durch den Gewerbefleißder Schmiedschaften jährlich mindestens 50.000 fl in den Bezirk einfließen, die Herr-schaft also allen Grund hätte, sich auf deren Seite zu stellen. Und obwohl die Schmiededas äußerste taten, um durch ein Preiszugeständnis zu einem Übereinkommen zu ge-langen, und auch die Kohlbauern sich verhandlungsbereit zeigten, konnte doch keinErgebnis erzielt werden, nur weil sich der Verwalter darauf berief, ohne seinen„, Prinzi-palen" nichts entscheiden zu dürfen. Es blieb also dem Eisenobmann nichts anderesübrig, als den Preis des Kohlholzes und der Kohle pro Metzen„ nach Billigkeit", alsonach eigenem Gutdünken festzusetzen und darüber ein besonders ausführliches Protokollaufnehmen zu lassen. Es ist betitelt: ,, über die zu Gutenstein im Kohlwesen gehalteneUntersuchung und diesfalls geschehene eisenoberamtliche Kommissions- Veranlassung".Darin heißt es:
Die bisherigen Bemühungen der„, Kohlwesensuntersuchungskommission", den Zustand von1752 wiederherzustellen, seien ohne Erfolg gewesen. Hier in Gutenstein habe die eingerisseneTeuerung von Kohle folgende Ursachen:
Die Rückkehr zum Verkauf nach Fuhren zu einem willkürlichen Preis,
der viele Schnee, der voriges Jahr die Anlieferung erschwert habe,
12 In diesen ,, Jagdböden" auf Hochwild zu jagen, hatten sich die Habsburger beim Verkaufihrer Herrschaft Merkenstein an die Familie von Heißperg vorbehalten( Kaufbrief vom 14. Mai1587 und vom 5. Januar 1588). Als der Besitz um 1675 an Fürst Dietrichstein überging, bliebhier das kaiserliche Jagdrecht bestehen, während die Niederjagd dem Fürsten zustand. Diekaiserlichen Jäger sahen auf den Jagdböden das Kohlenbrennen nur ungern, denn ,, durch diesenRauckhen und Gestankh" würden die Hirschen vertrieben und der„, landesfürstliche Spaß mut-willig verhindert“.( Gedenkbuch Merkenstein, Haus-, Hof- und Staatsarchiv HS 976 weiß1088 rot).
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