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Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis : Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag
Entstehung
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vor der Hochschülerschaft den Ausdruck ,, Bergbaukulturgeschichte und Bergmanns-volkskunde", ahnte aber gewiß nicht, daß er für eben dieses Thema vierzig Jahre späteran derselben Schule einen ehrenden Lehrauftrag erhalten werde.

Eine besondere Freude war es für ihn, daß am Tage seiner Staatsprüfung an derMontanistischen Hochschule in Leoben, am 15. XI. 1923, ein von ihm angeregter Berg-mannsliederabend von der Studentenschaft vor 400 Zuhörern veranstaltet wurde, andem u. a. nach rund 300 Jahren auch der alte Eisenertztische Berck- Reimen aus demJahre 1588 erstmals wieder erklang, und der Jubilar erinnert sich daran, daß zu diesemAbend die beiden Volksliedforscher Geramb und Zack eigens aus Graz nach Leobengekommen waren.

Während der Studienzeit an der Montanistischen Hochschule in Leoben in denJahren 1919-1923 arbeitete der junge Student auch als Förderer, Lehrhäuer und Häuerim Köflacher Revier und im Ruhrgebiet, anschließend als Steiger in Fohnsdorf, wo ererste Erfahrungen im Schachtabteufen und im forcierten Streckenvortrieb sammelnkonnte. Hier war es auch, wo er im Frühjahr 1924 unter Einsatz seines eigenen Lebenseinem in den Stromkreis geratenen Pumpenwärter das Leben rettete, wofür ihm40 Jahre später( 1964) das österreichische Grubenwehr- Ehrenzeichen verliehen wurde.Die ersten Veröffentlichungen von Franz Kirnbauer stammen aus der Zeit um1916 und betrafen kleinere Volksliedaufzeichnungen; die erste belegte Arbeit aus demJahr 1923 war Das deutsche Bergmannsvolkslied"( 1), womit dokumentiert erscheint,daß er bereits vor über 50 Jahren neben seinem Studium mit der Arbeit zur Wiederbe-lebung alter Bergmannslieder begann, die zum Teil auch heute noch gesungen werden.Im Mitgliederverzeichnis der Gesellschaft der Freunde der Leobener Hochschule desJahres 1927 aber versuchte er die erste Antwort auf jene Frage zu geben, die ihm seiner-zeit sein Professor nicht geben konnte, mit einem kurzen Aufsatz über ,, Die Entstehungdes Bergmannsgrußes Glückauf"( 4). Eine weitere Abhandlung zu diesem Thema erschiendann 1928 in der angesehenen Zeitschrift ,, Forschungen und Fortschritte"( 5).

Im Jahre 1925 vermählte er sich mit Hildegard Martin, der Tochter des BadenerSchuldirektors, und demgemäß feiert er nun in diesem Jahre auch das Fest der GoldenenHochzeit. Der glücklichen Ehe sind drei Kinder entsprossen. Der ältere der beiden Söhneist Mag.pharm. und leitet eine Apotheke in Baden bei Wien, der jüngere ist Dr. techn.Dipl.- Ing. und in leitender Stellung in der Chemie tätig, und die Tochter ist mit einemBergingenieur verheiratet. Neun Enkel sind inzwischen zur Familie hinzugekommen.

Nach Beendigung seines Studiums wirkte Franz Kirnbauer durch acht Jahre hin-durch als Betriebsleiter und Bergverwalter bei Schachtabteuf- und Gesteinsarbeiten imKohlenbecken von Petroşeni in Siebenbürgen sowie bei der Feldspat- Beryllgrube Tere-gova im Banat von Rumänien. Aus dieser Zeit stammen bereits wertvolle technisch-wissenschaftliche Arbeiten( 6, 8, 9, 10, 14), die damals sowohl in rumänischen Fachzeit-schriften wie auch im Berg- und Hüttenmännischen Jahrbuch und in der Zeitschrift fürpraktische Geologie aufgenommen wurden. Aber auch volkskundliche Beiträge stammenaus dieser Zeit( 7, 11, 12, 13, 15).

Um den Kindern den Besuch deutscher Schulen zu ermöglichen, kehrte die Familieim Jahre 1932 wieder in die Heimat zurück, da Kirnbauer die Stellung als Betriebsleiterund Bergverwalter des Kaolinbergbaus Kriechbaum bei Schwertberg in Oberösterreichgeboten wurde, die er bis 1936 behielt. In diese Zeit fällt die Entdeckung des Bentonit-vorkommens auf der Insel Ponza in Italien: Seiner Firma war die Verwertung vonKaolinvorkommen auf Ponza angetragen worden, es waren aber nur mangelhaftekaolinisierte Tuffe vorhanden, die unbrauchbar waren, statt dessen aber wurde an derKüste das Bentonitvorkommen entdeckt. In diese arbeitsreichen Jahre fällt auch die erst-malige montangeologische Beschreibung von Lagerstätten, Kaolin in Szegi, Torniella,

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