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Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis : Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag
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Franz Kirnbauer- 75 Jahre

Von Josef Alois Sagoschen, Wien

Wenn man durch Dezennien miteinander befreundet ist, dazu viel Freud und aller-lei schweres Leid gemeinsam erlebt und erlitten hat, dann spielt es keine große Rolle,wenn man beruflich weit auseinanderliegt; im Gegenteil, gerade die Verschiedenheit derfachlichen Interessen führt sehr häufig zu recht ersprießlichen Gesprächen und gegen-seitigen Anregungen. Nun sollte man meinen, solch freundschaftliches Verhältnis müßtebefähigen, bei einem so runden Geburtstag dem Jubilar eine blendende Laudatiobringen zu können. Dies ist aber gar nicht so leicht, wenn eben dieser Jubilar trotzseiner 75 Jahre weniger auf Rückschau als auf die noch vor ihm liegenden Aufgabenausgerichtet ist. Lediglich die Tatsache, daß freundschaftliches und musisches Bei-sammensein zur Sammlung der häufig überreichten Sonderdrucke führte, ist es zuzu-schreiben, daß nun eine Übersicht über die Publikationen des Jubilars 1 zusammengestelltwerden konnte, die Einblick in das Leben und Schaffen Franz Kirnbauers gibt.In groben Umrissen zeigt der Lebensweg folgende Stationen: Jugendjahre 1900-1919 in Wien und Mödling, Studienjahre 1919-1923 in Leoben, 1924-1932 Rumänien,1932-1936 Kriechbaum in Oberösterreich, 1936-1938 Steirischer Erzberg, 1938-1948 Freiberg im Erzgebirge, 1948-1952 Wien und Leoben, 1952-1967 Oberste Berg-behörde Wien und seither Ruhestand ohne Ausruhen, sondern mit doppeltem Einsatzfür das Aufgabenfeld Bergbau.

Zum detaillierten Lebenslauf gehört wohl die Feststellung, daß Kirnbauers Elternum die Jahrhundertwende in der alten Kaiserstadt Wien lebten, wo der Vater Beamterder DDSG, der Donau- Dampf- Schiffahrts- Gesellschaft, war, wie diese heute nochheißt. Eines Tages war die Mutter zu ihren Eltern in das niederösterreichische alteStädtchen Herzogenburg gefahren, als am Abend plötzlich ein Feuer in der, Selch" desNachbarhauses ausbrach. Der Großvater war Feuerwehrhauptmann und leitete dieBrandbekämpfung, die Mutter aber erschrak so sehr, daß Franz Kirnbauer am19. Februar 1900 das Licht der Welt eben in Herzogenburg und nicht in Wien erblickte.

Seine Jugend verbrachte er in Mödling, wohin seine Eltern 1904 übersiedelt waren,besuchte dort die Volksschule und das Realgymnasium, an dem er 1919 die Reife-prüfung mit Auszeichnung bestand.

Noch als Gymnasiast durfte Franz Kirnbauer im Jahre 1916 die erste Grubenfahrtim ungarischen Steinkohlenbergwerk Fünfkirchen( Pécs) mitmachen, das damals derDDSG gehörte, und damals schon beeindruckte ihn der dortige Bergmannsgruẞszerencsét", zu deutsch ,, Glück auf!". Als er einige Jahre später( 1919) bereits an derMontanistischen Hochschule in Leoben studierte und vom damaligen Professor für Berg-baukunde Dipl.- Ing. Waltl auf die Frage, wie alt der Bergmannsgruẞ wohl sei, dieAntwort bekam ,,, das war schon immer so", da wurde sein Forschergeist geweckt. Wennauch noch Jahre vergingen, bis sich seine Forschungen in breiter Bahn auswirkten, soprägte der junge Student doch schon damals, im Jahre 1921, gelegentlich eines Vortrages

1 Die Zahlen in Klammern verweisen auf das Verzeichnis der Veröffentlichungen vonFranz Kirnbauer am Schluß der Festschrift.

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