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Naturgefäßen vom Frühmittelalter bis heute. Mit der in solchen Fällengebotenen Vorsicht wird man dabei auch mit der Kontinuität von mit demHorngefäß etwa verbundenen Vorstellungen rechnen können 330).
Für diesen Hornkumpf ist also keine eigene Bezeichnung bekannt. Seitder Kumpf als solcher in sprachlichen Zeugnissen auftritt, ist im Gegenteilmit einem eigens gestalteten Gefäßgerät, vermutlich dem hölzernen Kumpf,zu rechnen. Die Zeugnisse sagen zwar nur in seltenen Fällen über denWerkstoff aus, doch sind die mittelalterlichen Belege aus dem oberdeutschenSprachgebiet so einheitlich, daß man für sie wohl Kumpf hölzerner Wetz-steinbehälter setzen darf.
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Diese Zeugnisreihe beginnt sowohl in Inventaraufzeichnungen wie inDichtungen und verwandten Beleggruppen nicht vor dem 13. Jahrhundert.An der Spitze steht die schon mehrfach herangezogene Stelle aus dem„, MeierHelmbrecht", an der der junge Helmbrecht seinem Vater bäuerliches Gerätbringt:1057 dem vater er brahte einen wetzestein,
daz nie mader dehein
in kumph bezzern gebant 331).
Über Stoff und Form des ,, kumph" geht aus der Stelle nichts hervor.Ob der Dichter wirklich gemeint hat, daß der Mäher den Wetzstein in denKumpf band, oder ob er sagen wollte, daß der Kumpf mit dem Wetzsteinumgebunden wurde, läßt sich kaum entscheiden, letzteres wäre wohl sinn-voller.
Etwa ein Jahrhundert später dürfte das Rätsel sein, das Adalbert vonKeller einer Weimarer Handschrift entnahm:
Item rat, was ist das? Ich hab gesehenn ein hultzes Stainhawss.Das ist ein kumpff, den die mader tragen, do der schliffstain jnnen liegt 332).Das Rätsel gehört zu der Gruppe der Wortumschreibungen mit scheinbarkontradiktorischem Inhalt. Ein ,, hölzernes Steinhaus" ist eine offensichtlicheUnmöglichkeit aus innerem Widerspruch heraus, solange man nicht denDoppelsinn kennt, der das Ding als das hölzerne Haus für einen Steinerklärt. Dieses hölzerne Haus ist also der Kumpf, in dem der Wetzstein liegt.Daraus geht hervor, daß in dieser Zeit der Kumpf aus Holz war, und daßman das Zusammengehörigkeitsverhältnis von Kumpf und Stein als sehrinnig empfand, so daß man den Kumpf als das Haus des Wetzsteines be-zeichnen konnte.
Dem 14. Jahrhundert gehört ein Zeugnis aus einer Wormser Urkundevon 1303 an, das den Kumpf mit einem Rahmengerät zusammen nennt:,, nullum tensorium, quod vulgariter rame dicitur, nec instrumentum ad id,quod in vulgo kumph vocatur 333)." Die Stelle gehört wohl schon in denZusammenhang mit den im Spätmittelalter üblich werdenden mehr oderminder poetischen Gerätezusammenstellungen. In meistersingerlicher Sphärewurde derartiges sogar in Liedform gekleidet, beispielsweise in dem um-ständlichen Scherzlied ,, Von einem Schüsselkorb, wie es jm gieng auff derHochzeit", das sich im Frankfurter Liederbuch von 1582 erhalten hat, und,, In des speten Frawenlobs Thon" eine fabelhafte, vermenschlichende Geräte-darstellung bietet. In einer alten Scheuer liegen verschiedene Geräte, meistschon halb zerbrochen, neben- und übereinander.
da lag do auff dem haberstro
ein alter rech, der het zween zän verloren.