schen heute Fabrikserzeugnisse die meisten Landschaften, und es gibt kaumschon Möglichkeiten, um deren Verbindungen zu den alten Grundgestaltenfestzustellen 247). Bei den in Wien vertriebenen Dengelhämmern ist es aberdoch deutlich, daß sie auf den im folgenden genauer dargestellten mitten-hohen Hammer zurückgehen; die beiden Schneiden des Gerätes werden nochausdrücklich betont.
Im allgemeinen herrscht der Eindruck vor, daß jeder Hammer zumDengeln verwendet werden kann, und auch verwendet wird. Auch moderneDarstellungen des Dengelns legen auf Unterscheidungen der Hammerkopf-formen kein Gewicht, sondern berichten nur über den charakteristischenkurzen Stiel des Hammers und die verhältnismäßig bedeutende Schwere desKopfes, also Dinge, die eben bei dem Dengelvorgang die Selbstverständlich-keiten, nicht aber die volkskundlich wichtigen Besonderungen, die eigent-lichen Überlieferungen von Bedeutung darstellen 248). Die alten hand-geschmiedeten Dengelhämmer bezeugen die Kraft dieser Überlieferungennoch sehr deutlich, und wo sie sich erhalten haben, lassen sich auch ent-sprechende Folgerungen ziehen. Vor einem Jahrhundert hätte sich demgemäßzweifellos noch ein ganz deutliches Bild ergeben. Die sorgfältige Traditonder Schnittgeräte und ihres Zubehörs hatte auch durchwegs eigene Dengel-geräte, insbesonders Dengelhämmer im Gefolge. Im Mittelalter werden allge-mein die Dengelhämmer eigens angeführt, nicht als gewöhnliche Hämmer,sondern in den Inventaren und Nachlässen meist gleich nach den Schnitt-geräten und vor den Wetzgeräten, und mit dem eigenen Namen. So bei-spielsweise im Inventar von Schloß Fragenstein in Tirol, 1482: ,, Drey seges-sen, zway tengelgschir, zwen kumpf, ain wetzstain 24⁹)."
Aus der bisher ungeordneten Menge von Dengelhämmern hebt sichgestaltlich eine Gruppe deutlich hervor, nämlich die der mittenhohen Häm-mer. Diese haben Hammerköpfe mit einem Profil, das am ehesten als flachesKreissegment anzusprechen ist, dessen Sehne etwa 12-18 cm lang ist. Meistist die Basis nicht gerade, sondern leicht gewölbt, und zwar einfach, so daßdie beiden Schlagenden des Hammerkopfes, die nach unten gebogenen Hör-ner einer ganz flachen Sichel darstellen, oder bogenförmig, das heißt miteiner Ausschwingung auch der Mitte der Basis nach unten zu. In allen diesenFällen haben diese Hammerköpfe also zwei schmale Schlagflächen und eineziemlich starke Mitte. Die Höhe der Mitte, von der Basismitte bis zumScheitel des Kreisbogens also, beträgt 3-6 cm. Diese eigentümliche Gestaltgibt dem Schlag der schmalen Schlagflächen zweifellos eine bedeutendeWucht. Die Hämmer sind sehr kurz gestielt, etwa 15-20 cm im Durchschnitt,was an die sitzende, vielfach auf der Erde sitzende Arbeitshaltung des Den-gelnden angepaẞt erscheint. Dieser kurzgestielte, mittenhohe- mittenschwereDengelhammer arbeitet nicht so sehr durch die Anstrengung des Dengelnden,als schon durch seine Gestalt.
Der ganze Vorgang wird durch ein vorzügliches Bild des Wiener Bieder-meiermalers Matthias Ranftl( 1805-1854) anschaulich dargestellt 250). Aufdieser„ Rast der Schnitter", die etwa auf dem Wienerberg oder auf demLaaerberg, jedenfalls in der nächsten Umgebung Wiens beobachtet wurde,sitzt der dengelnde Bauer auf der Erde, den Dengelstock mit dem Amboẞzwischen den Füßen, offenbar mit dem Dorn in den Erdboden eingeschlagen,und dengelt darauf seine Sichel. Wie die Garben ringsum andeuten, handeltes sich um den Kornschnitt, der also in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
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