hatte er 1597 noch inne 32), in Aflenz 33) und Bruck 34) besaß er Häuser und Grund-stücke, außerdem waren ihm vom Stift Eisenhämmer im Aflenztal und in Golrad ver-liehen worden 35). Seine musikalischen Werke, die auf uns gekommen sind, hat H. Feder-hofer neuestens mit möglichster Vollständigkeit zusammengetragen 36); außerdem seinin der Grazer Handschrift n. 22 aus Seckau erhaltenes Magnificat für Aufführungenbearbeitet.
Eine nicht geringe Rolle im Stifte spielte auch der Nachfolger Hertwigs im Schul-meisteramt, Georg Ulrich von Chemnitz. Er hinterließ in St. Lambrecht nebeneiner Sammelhandschrift auch zwei gedruckte Denkmäler. Schon 1593 gab er einengroßen Einblattdruck„ Monasterii Divi Lamberti in Sylva.. fundatio"( Graecii 1593)mit 100 cm Höhe und 40 cm Breite heraus und widmete ihn dem Abt Thomas Eder 37).Erst 1604 erschien eine etwas erweiterte Darstellung der Stiftsgeschichte Georg Ulrichsunter dem griechischen Titel„ Themeliosis" in Buchform 38). Von St. Lambrecht kamGeorg Ulrich an das Stift St. Peter in Salzburg, wo er 1596- 1614 als Spielleiterhervortrat 39). Man kann daraus wohl schließen, daß er auch in St. Lambrecht sich mitsolchen Dingen beschäftigt haben dürfte.
Zu diesen Männern gehörte auch Zacharias Stainpäckh( Steinpeck), der 1590die Pflegschaft der zum Stift gehörigen Burg Stein übernahm 40) und dann auch Hof-richter des Stiftes wurde. Er ist deswegen erwähnenswert, weil er dem Abt JohannTrattner im Jahre 1588 die älteste deutsche Bibelausgabe widmete 4¹).
Nicht weniger begann das wissenschaftliche Streben im Konvente selbst Aktivitätanzunehmen. Abt Johann hatte Mönche herangebildet, die sicher auch zu den bestenKöpfen seiner Zeit gehört haben dürften, da sie in Padua und anderen italienischen Hoch-schulen studierten. Auch der Aufenthalt in italienischen Klöstern des Ordens trug außerzur Erhöhung der Disziplin im eigenen Kloster auch zur Weitung des Blickes bei 42).Von Bedeutung wurden Thomas Eder, der schon genannte Abt des Stiftes, TrattnersNachfolger von 1591 bis 1596, aber ihm keineswegs ebenbürtig 43), und dann besondersJohann Hofmann, der nach einem bewegten Leben in der Welt in St. Lambrechteintrat, 1581- 1618 Abt in Admont und zeitweilig auch Administrator von St. Lam-32) Nach Akten im StA( Finanzen).
33) Das Grundbuch der Herrschaft Aflenz von 1494( im StA) weist Fol. 190', 203', 204, 206, 207'drei Hofstätten, 1 Mühle, 1 Gärtchen, 2 Acker und eine Peunt, alles im Markt Aflenz, im Besitze desFabrizius aus. Eines seiner Häuser wollte er den Jesuiten in die Hand spielen, was jedoch nicht gelang,da das Stift selbst als Käufer auftrat. Vgl. Weixler- Zahn, S. 147.
34) Fr. Wagner, Historisches Gassen- und Häuserbuch der Stadt Bruck an der Mur( 1935), S. 93und 274. An letzter Stelle ist als Besitzer der„ Fabrizischen Behausung" Georg Albin Fabrizius, der Sohndes in Rede stehenden Albin Fabrizius eingetragen. Der genannte Georg Albin war 1627 als StyrusPruggensis Nobilis, syntaxista, an der Universität in Graz immatrikuliert. Vgl. die Matrikel in der Hand-schriftensammlung dieser Universität, Hs 58, Fol. 61. Vgl. über die Fabrizischen Erben die einschlägigenUrkunden im Stiftsarchiv.
35) Darüber liegen mehrere Urkunden des Stiftsarchivs vor.
36) Siehe den Artikel„ Fabritius Albinus" von H. Federhofer( in Fr. Blume, Die Musik inGeschichte und Gegenwart, S. 1708 f.).
37) Aufbewahrt im Stiftsarchiv als Unikum. Vgl. O. Wonisch, Versuch einer Bibliographie derBenediktinerabtei St. Lambrecht( 1916), S. 6, sowie Weixler- Zahn, S. 133, besonders Fußnote.
38) Siehe O. Wonisch, a. a. O., S. 6, sowie oben Anm. 7. Das Konzept und andere historischeSchriften des Georg Ulrich sind, in einem Band im Stiftsarchiv gesammelt, aufbewahrt.
39) Arthur Kutscher, Das Salzburger Barocktheater( Wien 1924), S. 21.
40) Urkunde n. 1335 im StA.
41) Dieses Widmungsexemplar ist jetzt in der Grazer Universitätsbibliothek, Wiegendrucke III 9718.Eichler, Aus einer österr. Bibliothek, S. 27. Es handelt sich um die 1466 in Straßburg von Mentelingedruckte Bibel: Gesamtkatalog der Wiegendrucke, IV.( Leipzig 1920), n. 4295.
42) Vgl. dazu eine Anzahl Briefe und Briefkonzepte im Stiftsarchiv, Korrespondenzen unter AbtJohann Trattner.
43) Vgl. Weixler- Zahn, S. 132 ff.