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Das St. Lambrechter Passionsspiel von 1606 : Passio Domini und Dialogus in Epiphania Domini des Johannes Geiger
Entstehung
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Danach war er aus Burghausen am Inn bayrischerseits gebürtig, hatte die Würde einesPfalzgrafen inne und war zuerst, 1556 1564, Präzeptor der Kantoreiknaben in derHofmusikkapelle Kaiser Ferdinands I., dann Sekretär Erzherzog Karls II. und der Nieder-österreichischen Hofkammer, sowie auch Sekretär des Stiftes St. Lambrecht und schließlichVerwalter der stiftischen Propstei Aflenz, wo er am 12. Jänner 1578, 58jährig, starb 25).Die Witwe Anna setzte ihm den Leichenstein.

Gleichzeitig mit Hauswirt lebte im Stift als Schulmeister Johann Hertwig. ImJahre 1591 unterfertigte er die Urkunde Nr. 1346 im Stiftsarchiv mit folgenden Worten:Ego Joannes Hertuigius, Joannis Hertuigii et Agnetis ex Silesia civitatis Nissae filiuslegittimo thoro procreatus, auctoritate apostolica notarius..., abbatiae sancti Lambertisecretarius. Als Sekretär des Stiftes hatte er sich bereits im Jahre 1581 betätigt( UrkundeNr. 1226). Unter ihm erhielt die Klosterschule 1570 von Abt Trattner eine neue Ver-fassung 26). Hauswirt widmete ihm in der vorhin erwähnten Handschrift folgendesDistichon:

Tanti oneris Janus rector primarius HartuuigArtibus eximiis pollet et ingenio.

Ein ähnliches Lob wird ihm im Totenbuch des Stiftes zuteil, wo er als omni virtutumgenere vir ornatissimus" an seinem Sterbetag, dem 14. März 1595, verzeichnet ist 27).Seine Ruhestätte fand er in der Stiftskirche an der Stelle, wo jetzt die Grabstätte desHofrichters Johannes Amon, gestorben 1619, noch vorhanden ist 28).

Abt Johann stand auch mit dem Komponisten Thomas Reier von Thomasbrück,Angehöriger der kaiserlichen Kapelle, in Verbindung 29). Dieser schrieb für den Chordes Stiftes ein Responsionale, das auch noch die St. Lambrechter Osterfeier des Mittel-alters aufnahm, und widmete es 1577 dem Abt Johann. Ein gleichartiges Gesangbuchschrieb schon 1571 Kaspar Kraus, das ebenfalls die Osterfeier mit Angabe der Notenenthielt 30). Beide hier genannten Handschriften sind für die Entwicklung des kirchlichenSchauspiels, wie wir noch sehen werden, wichtig.

Wie Johannes Hauswirt und Johannes Hertwig war auch deren Nachfolger alsSekretär des Stiftes, Albinus Fabrizius, für das Musikleben von einiger Bedeu-tung 31). Aus seinem Werdegang wissen wir nur sehr wenig. Die genannte Stiftsanstellung

25) Vgl. A. Smijers, Die Kaiserliche Hofmusikkapelle 1543-1619(= Studien zu Musikwissen-schaft, 6. Heft, 1919), S. 143. Herrn Univ.- Professor Dr. H. Federhofer bin ich hier wie in manch anderenBelangen zum Dank verpflichtet. Zum Tode Hauswirts vgl. Pang er 1, a. a. O., S. 212, 8. November undWeixler, Originalhandschrift im Stiftsarchiv, Fol. 248( verschrieben mit 1570).

26) ,, Instruktion und Schuellordnung durch den Hochwüerdigen Herrn Herrn Johann, Abbte desStifts Sannt Lamprecht, dem Johanni Hertwigio als angenomen Schuellmaister gegeben." Or. im StA,Lad. 19 K.

27) Panger 1, a. a. O., S. 70; Weixler, Originalhandschrift Fol. 248.

28) Wonisch, Kunsttopographie( wie Anm. 2), S. 82 n. 10.

29) Vgl. O. Wonisch, Die St. Lambrechter Osterfeiern und Zeremonien der Palmweihe(= St. Lam-brechter Quellen und Abhandlungen, I. 1. 1928), S. 9: Hs 1537; A. Kern, II.( im Druck). Todestag istder 7. Februar 1579. Vgl. Wonisch, a. a. O., Anm. 4.

30) A. a. O. zu Hs 1459. Diese Handschrift ist durch Kriegseinwirkung verschollen.

31) R. Eitner, Biographisches Quellen- Lexikon, III., S. 378; Jul. Fr. Schütz, Aus der Früh-zeit der steirischen Drucker( Graz 1927), S. 23. 1938 konnte ich in einer Mitteilung an H. J. Moserdie ersten Angaben über Albin Fabrizius machen. Es handelte sich da hauptsächlich um die Widmungseines Mottetenwerkes Cantiones sacrae an den Abt Vinzenz Lechner, Abt von St. Pauli i. L. Vgl. Ander-luh und H. J. Moser im Artikel Kärnten" des Handwörterbuchs des Grenz- und Auslandsdeutschtums,Bd. III.( Breslau 1940), S. 625.

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