eindeutig an. Damit sind aber zwei wichtige Ausgangspunkte zur Kenntnisder volkstümlichen Wiener Möbel gegeben, die hier nur aufgezeigt werdensollten.
Auszug aus der Preisordnung für die Wiener Tischler aus dem Jahre 1688Todten- Truhen 33)
91. Ein groß gewölbte 6. biß 7. Schuh lang von Nußbaumen Holtz saubergemahlene Toden- Truhen/ per 18. fl.
92. Ein deto 4. biß 5. Schuh lange per 14. fl.
93. Ein deto drithalb biẞ 3. Schuh lange per 9. fl.
94. Ein groß gewölbte 6. biß 7. Schuh lang von Aichen- Holtz sauber gemahleneToden- Truhen/ per 16. fl.
95. Ein deto 4. biß 5. Schuh lange per 12. fl.
96. Ein deto drithalb/ biß 3. Schuh lange
per 8. fl.
97. Ein Ordinari 6. Schuh lange und sauber gemahlene gewölbte Toden-Truhen von waichem Holtz/ per 3. fl. 30. kr.
98. Ein deto so ordinari gemahlen/ per 3. fl.
99. Ein deto 5. Schuh lang und sauber gemahlne gwölbte Todentruhen 3. fl.100. Ein deto so ordinari gemahlen/ per 2. fl. 45. kr.
101. Ein deto 4. Schuh lang sauber gemahlene
102. Ein deto ordinari gemahlen/ per 2. fl.103. Ein deto 3. Schuh lang sauber gemahlene
per 2. fl. 15. kr.
per 1. fl. 30. kr.
104. Ein deto ordinari gemahlene per 1. fl. 15. kr.
105. Ein ordinari 5. biß 6. Schuh lang mit einem Creutz gemahlte Todentruhen/per 1. fl. 30. kr.
106. Ein deto 4. Schuh lange107. Ein deto 3. Schuh lange
per 1. fl.per 45. kr.
Das Fortleben der Sargbemalung im 19. Jahrhundert
Obwohl aus dem letzten Jahrhundert durch das Aufhören der Gruft-bestattung keine Originalsärge vorhanden sein können und anderseits aufbildlichen Darstellungen von Begräbnissen der Sarg stets vom Bahrtuch ver-deckt ist, muß man doch auch in diesem Jahrhundert die Sargbemalung nichtnur in Wien, sondern auch über den Rahmen des heutigen Österreich hinausin Mitteleuropa annehmen. Eine über Wien hinaus verbreitete Sargbemalungim 17. und 18. Jahrhundert ergibt sich schon aus den in Tirol, und vermutlichauch bis Oberösterreich reichend, zur geistlichen Besinnung verwendeten26 bis 42 cm langen„ Sargln", die eine dem Wiener Bereich nicht verwandteBemalung aufweisen 34).
Für das Vorhandensein der Sargbemalung im 19. Jahrhundert sprichtaber ein aus Billigkeitsgründen geschaffener Ersatz aus Papier, der von derFirma Barth in Mariahilf seit ungefähr 1817 bis gegen das Ende des Jahr-hunderts erzeugt und vertrieben wurde 35).
Das Österreichische Museum für Volkskunde in Wien besitzt in seinemBestand eine fast komplette Serie von farbigen Lithographien, die aus-geschnitten auf Särge und Kreuze aufgeklebt werden konnten und die schondeshalb hier nicht übersehen werden dürfen, weil sie einige Elemente des18. Jahrhunderts weiter verwenden 36).
Es sind dies vor allem der Leuchter mit der gebrochenen Kerze, dieSanduhr, die Blumengehänge, die Engelköpfe, die den unmittelbaren An-schluß an die vorher erörterte Sargbemalung darstellen, wenn auch vieleneue Symbole dazugekommen sind. Interessant ist aber auch die verschiedeneFarbengebung zweier Auflagen ein und derselben Platte. Dies ist nur darauf
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