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Kultur und Volk : Beiträge zur Volkskunde aus Österreich, Bayern und der Schweiz ; Festschrift für Gustav Gugitz zum achtzigsten Geburtstag
Entstehung
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nicht hinausgekommen. Seltsamerweise blieb auch hier die Verbindung zuden mitteleuropäischen, skandinavischen und französisch- spanischen Paral-lelen unerwähnt, so wie andererseits das balkanische Material meines Wis-sens- wie leider so. oft! nirgends in der außerslawischen Forschung

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gebührend berücksichtigt wurde.

Als erster machte Petar Ž. Petrovič 1932 auf Kirchengürtungen inSerbien aufmerksam 99). Er fügte seinem kurzen Aufsatze zwei Bilder bei,aus denen das Umgürten von Kirchen mit Leinwand ungefährin Schulterhöhe erwachsener Menschen ersichtlich ist. Das eine Mal ist es diekleine Kirche zu Svetanovac an der Kolubara in Nordwestserbien( südwestlich Belgrad). Petrović nahm sie am Peterstage 1931 samt ihremLeinwandgürtel auf. Das andere Mal ist es eine Zeichnung des serbischenVolksforschers Vlad. Titelbach( siehe Tafel VIII, Abb. 16), es ist dasPortal der kleinen, alten Kirche von Petkovica bei Šabac in Nord-westserbien, wo das Volkum 1890 sich beim Eintritt in die Kircheunter den Leinwandgürtel bücken muß. Hier ist der Leinwandgürtel nichtum die neue, größere, sondern um die alte, fast verlassene Kirche gelegtworden. Die Kirchenverwaltung verkaufte anläßlich der Einweihung derneuen Kirche sehr viel solcher Leinwand, die ihr bei der rituellen Gürtungals Opfergabe zugefallen war.

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Indessen ist diese( nicht wie bei den Leonhardketten bleibende, sondernvotivmäßig für einen bestimmten Tag aufgehängte und dann der Kirchevermachte) Gürtung mit Leinwand nicht die einzige. Vielmehr konnte der-selbe P. Ž. Petrović bereits einen historischen und mehrere Gegenwarts-belege für die gleiche Gürtung, jedoch mit einem Kerzenbande, einen,, Wachsumzug" also beibringen, wie dies ganz genau so Gustav Gugitzzwar nicht als Gesamtkirchengürtung, wohl aber als Umzug eines Altares inritueller Handlung für Kärnten bezeugt 100). Es handelt sich um den serbi-schen Bericht eines katholischen Missionars namens Grgur Masarek ausPrizren in Südwestserbien, hart an der albanischen Grenze gelegen. Esheißt dort 101): In Prizren waren sehr verehrt die hl. Anna und der hl. Pan-telija, die einst Kirchen hatten. Wenn der Tag der hl. Anna herankam, ver-sammelten sich an der Stätte ihrer Stiftung( zadušbina) Serben aller dreiGlaubensbekenntnisse, Mohammedaner Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohammedaner, Katholiken und Orthodoxe. Beidieser Gelegenheit bringen die Mohammedaner Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohammedaner, Bänder', die aus gelbemWachs verfertigt sind( svitce 102) načinjene od žutog voska also, Wachs-stöcke) und umgürten damit den Platz( opasali mesto), auf dem einst dieKirche der hl. Anna gestanden ist, und als Opfergaben( kao poklon) hinter-legten sie altes, abgenutztes Geld".

Was der lateinische Missionar aus Prizren als alten serbischen Kirchen-brauch der Mohammedaner Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohammedaner an einem christlichen Heiligtume berichtet, lieẞsich in verschiedenen Teilen Serbiens und des heutigen Makedonien alslebendiger religiöser Volksbrauch beobachten. Die Wachslichtgürtung stelltePetrović im gleichen Jahre 1931 auch beim kleinen, verlassenen Kirchlein derhl. Petka bei Galičinak fest. Das Kirchlein war ebenfalls in der Höhevon etwa einem Meter über dem Boden mit einem Wachsdocht umgürtet,dessen Enden man über dem Kircheneingang befestigt hatte. Vor Mitternachtmaß ein Einwohner dieses Dorfes mit einem Spagat auch den Umfang derneuen, am Peterstage einzuweihenden Kirche ab. Doch verweigerte er jeg-liche Auskunft über sein Tun. Erst von anderen Leuten konnte Petrovič

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