umzug oder
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im syrischen Beispiele auch durch textile Stoffe vorge-nommen werden, und zweitens, daß sie keineswegs auf St. Leonhard be-schränkt sind, mithin die starke Betonung der Etymologie des Leonhard-Namens und seines Zusammenhanges mit französisch lier, lien ,, binden.fesseln, Band", auch wenn diese Namensform unverstanden ins Deutscheübernommen worden sei( Lienard- Leonhard) keine ausreichende Erklärungfür den Gürteritus der Ketten um die mitteleuropäischen Kirchen des west-europäischen Heiligen darstellt, wie dies auch A. v. Gennep angenommenhatte 97).
Wesentlich ist der Ritus, nicht der St off. Dies wird auch aus anderenKärntner Gürteriten, auf die Gustav Gugitz als erster aufmerksam ge-macht hatte, und aus balkanischen Entsprechungen der jüngsten Zeit nochklarer werden. Es wird sich aber auch zeigen, daß die Meinung vonA. v. Gennep, es handle sich im wesentlichen nicht um Einzelopfer, sondernum Gemeinschaftsvotive bei öffentlichem Notstand, nicht entscheidend fürdie Kettenerklärung ist. Denn auch die Wachsumzüge in den bretonischenLiedern weisen durchaus auf Versprechen einer persönlichen Einzelleistungund Gleiches gilt für den serbisch- makedonischen Raum, dessen Überliefe-rungen allen Forschern unbekannt blieben, die sich bisher mit der Frage derGürtung eines Kultobjektes im allgemeinen, der Gürtung von Leonhards-kirchen im besonderen befaßten.
Die Eisenkettengürtung eines Gotteshauses ist in Frankreich trotz seinernicht unbeträchtlichen Anzahl von Leonhardskirchen meines Wissens unbe-kannt. Als einzige westeuropäische Parallele kommt der Brauch in Frage,demzufolge in Spanien die Ketten, die man den Christensklaven abge-nommen hatte, an den Kirchenmauern aufgehängt wurden, wie dies noch zuToledo bei San Juan de los Reyes zu sehen sei 98). Indessen war esmir nicht möglich ein Bild dieser Kirche zu bekommen und festzustellen, obes die Aufhängung einer einzigen großen Riesenkette sei oder jene von zahl-reichen Einzelfesseln in der Art, wie einst die Wände der bayerischen Leon-hardskirche zu Inchenhofen über und über behangen gewesen sein sollen.
Wir wenden uns also nach diesem Rundblick über die mitteleuropäischenLeonhardskirchen, die germanischen und frühchristlichen Tempel- oderAltargürtungen mit Ketten oder Goldfäden in Upsala und Kladrau, die bre-tonischen Wachsgürtungen und diesen spanischen Einzelbeleg eines histori-schen Ritus dem zentralbalkanischen Bereiche zu, wo sich der Ritus derGürtung eines Kultobjektes in orthodoxen und mohammedanischen Glossar ::: zum Glossareintrag mohammedanischen Gegen-den bis zur unmittelbaren Gegenwart als Brauch individueller Votantenlebendig erhielt.
no VI.
Kirchengürtungen als Volksbrauch in Serbien und Makedonien
Die nationale serbische Volkskundeforschung konnte in den letzten Jahr-zehnten ungeheure Mengen wichtigen, im Brückenraume Balkan vorhan-denen Vergleichsmateriales für die frühen Kulturformen Europas und desVorderen Orients Glossar ::: zum Glossareintrag Orients aus noch lebendiger Fortwirkung beibringen. Dennoch istman erst auffallend spät auf das Problem der Kirchengürtungen gestoßen.Selbst da ist man bisher neben der Bereitlegung des Materales im„ GlasnikEtnografskog Muzeja u Beogradu" als der führenden Zeitschrift der serbi-schen wissenschaftlichen Volkskundeforschung über einige tastende Versuche
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