Anmerkungen
1) Die genaue Übersicht über die hier verwendeten Quellenbestände habe ichgegeben in„ Rechtliches Gemeindeleben im Maindreieck zwischen Reformation.und Aufklärung", Bayer. Jb. f. Vk. 1953, S. 146, Anm. 1.
2) Darüber Verf., a. a. O., S. 136 ff.
3) Darüber demnächst Verf., Der Niederfall und andere Bauhandwerkerbräuchein Mainfranken, in: Die Plassenburg, Schriften für Heimatkunde und Kultur-pflege in Ostfranken, hg. im Auftrage des Vereins Freunde der Plassenburge. V." durch Stadtarchivar Prof. Dr. Georg Fischer, Band 9.
4) Einen ungefähren, aber sicher nicht vollständigen Überblick über die ver-schiedenen Prozessionen, Kreuz- und Umgänge des 17. Jhdts. in E vermitteltfolgende aus den Rechnungsjahrgängen entnommene Zusammenstellung: Kreuz-gänge nach den Nachbarorten Theilheim und Randersacker; Umgang um denZehnthof an Ostern; Umgang um die Stadt an Pfingsten; Umgang um die Stadtan Himmelfahrt; Fronleichnamsprozession; Umgang um den Zehnthof an MariaHeimsuchung; Flurumgang am Urbanstag; Umgang_um Zehnthof, Stadt undMarkung an Maria Heimsuchung; Umgang um den Zehnthof an Weihnachten;Flurumgang der jungen Gesellen in der Östernacht.
5) Die Entfernung von E( als etwa in der Mitte des Untersuchungsgebietes ge-legenem Ort) nach Dettelbach beträgt 14 km, nach Walldürn 48 km( beidesLuftlinie).
6) Zur Fronleichnamsprozession in Franken und besonders im Würzburger Gebietvgl. Alois Mitterwieser/ Torsten Gebhard, Geschichte der Fron-leichnamsprozession in Bayern, München( 1949), S. 22 f., 72, 120 ff.
7) Dies galt übrigens von den Prozessionen allgemein. Die„ Raths vnnd GerichtsOrdnung zu Eiulstatt vff Dinstag nach Jacobi Im 1534 Jhar Angefangen" be-sagt:„, 6. Auff die Hohen Fest, So man das Hochwürdig Sacrament Vmbtragt,Soll ein Jeder bey den Amptleuten Vnnd Rath Erscheinen, Vnnd dem hailigenSacrament Nachuolgen. 7. Auch sollen bede Burgermeister Ahn hochtzeitlichentagen, Ahn welchen man das hochwurdig Sacrament Vmb das Dorff, Zenthauf,oder Kirchen tregt, den Priester fuhren."( StA Würzburg, Ger. Ochsenfurt 9/413)8) Contractenprotocoll F, Gemeindearchiv Nr. 36; die Benutzung gestattete indankenswerter Weise der dortige Bürgermeister.
9) Uber ländliche Weihnachtskrippen in Franken ist noch wenig bekannt. Die hierveröffentlichten Zeugnisse erweisen wenigstens für einen kleinen Landstrichdie Existenz von Krippen in Markt- und Landkirchen vor Mitte des 17. Jahr-hunderts. Alois Mitterwieser, Frühere Weihnachtskrippen in Altbayern,München 1927, S. 31 bemerkt, daß die Markt- und Landkirchen in Altbayernerst um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert zögernd den Dom- und Wall-fahrtskirchen folgen. Daran gemessen, liegen die mainfränkischen Belege ver-hältnismäßig früh.
10) Für die in GR 1662 erwähnten wächsernen Gesichtlein dürfte allerdings auchAugsburg als Herkunftsort in Frage kommen. Vgl. Josef Ringler, DeutscheWeihnachtskrippen, Innsbruck/ Wien/ München( 1930), S. 17.11) Eine Hervorhebung des Judas bei der Fußwaschung( im Stift Beromünster) er-wähnt lediglich Eduard Hoffmann- Krayer, Feste und Bräuche des Schwei-zervolkes, Neubearbeitung durch Paul Geiger, Zürich( 1940), S. 132:„ DerStiftspropst nimmt an 12 Schülern, den sog., Jüngern', die Fußwaschung vor, wo-bei Judas den linken Fuß vorstreckt." Der Judas wirft anschließend die 30Silberlinge aus. Das Judasaustreiben, das in schlesischen Orten im Anschluß andie Pumpermette stattfand( der Mesner, mit roter Weste bekleidet, stellte denJudas dar), vgl. Paul Sartori, Sitte und Brauch III, Zeiten und Feste desJahres, Leipzig 1914, S. 139, Anm. 4, mag als entfernte Parallele gelten. Ebensodie Nachricht, die Reinsberg- Düringsfeld, Das festliche Jahr, Leipzig1898, S. 144 erwähnt, wonach in Böhmen ein rothaariger Junge als Judas durchdas Dorf getrieben wird.
12) Nach Hermann Brinkmann, Alte und neue Zeitrechnung, Görlitz 1939, S. 157.13) Die kirchliche Feuerweihe am Karsamstag trägt heute im Maindreieck denNamen„ Judasfeuer". Der Name des alten Jahresfeuers wurde auf die liturgischeHandlung übertragen. Vgl. zu diesen Judasüberlieferungen Marianne Hilpert,Judas auf dem Scheiterhaufen( Der Erdkreis 3/1952, S. 74-76). In diesem Auf-satz wurden z. T. die gleichen Quellen verwandt wie in der vorliegenden Studie.
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