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Kultur und Volk : Beiträge zur Volkskunde aus Österreich, Bayern und der Schweiz ; Festschrift für Gustav Gugitz zum achtzigsten Geburtstag
Entstehung
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von einigen Figuren zum hl. Grab", die nach Ochsenfurt zum Maler getragenwerden( GE 1711), von bunten Glaskugeln, die jährlich neu gefärbt werden,wozu rote, grüne und blaue Praesillen Spän" gebraucht werden( z. B. GK1723). Ab und an wird ein neues hl. Grab gebaut, und GK 1716 verzeichnetdie Ausgabe von, 2 fl 1lb 26 ndl Vor ein heyliges grab sambt zugehör, so zuHeydingsfelt gestanden, bezahlt". Die kleine Gemeinde K erwirbt also einabgelegtes hl. Grab aus dem größeren Nachbarort Würzburgs. VerschiedeneRechnungen erwähnen die Wache vor dem Grab oder eine Karfreitagsmusik,wie GE 1670:, 4 Maß dem Organisten, Schuelmeistern vndt Musicanten, so sieauff den H. Charfreytag Nachts Vor dem Heyligen Grab Musicirt haben".( Ähnlich GE 1636, 1,71, 1741, GR 1688.) 15).

Alle diese Nachrichten bieten kaum Besonderheiten gegenüber den all-gemein bekannten Tatsachen. Eine Eigenheit R's verdient jedoch hervorgeho-ben zu werden. Das dortige Gotteshaus hat von einigen Anwesen ein jährlichesGefälle an Unschlitt. Die abzuliefernde Menge von insgesamt 5 Pfund wirdzur Beleuchtung des hl. Grabes verwandt. GR 1631: 5 Pfund Vnschlit, so dasgotshaus Jerlich fallens hat, wird in der H. Charwochen vorm H. grab ver-brennt"; oder ausführlicher: GR 1633:, 5 Pfund Vnschlit... werden in derH. Charwochen von den Lehenleuten in die Kirchen getragen vnd zue ehrendes H. Leidens Christi vorm H. grab verbrennt". Später wurde ein Teildavon zu anderer Verwendung abgezweigt, wie GR 1654 ausweist:, 5 Pfundwerden widerumb beym hl. grab, ostermetten vnd gewiter leuthen defJahr hindurch verbraucht".

Die Nacht zum Ostersonntag, die Nacht der Auferstehung des Herrn, isteine Zeit von besonderer Heiligkeit. Die E'er junge Bürgerschaft beging siemit feierlichem Umgang um die Gemeindeflur. Schon BE 1603 und die fol-genden Rechnungen verzeichnen einen geringen Geldbetrag für den Flurer( den von der Gemeinde bestellten Flurhüter) von dem Cruzifix In derOsternacht vmb die Marckung zu tragen". Aber erst der Eintrag in BE 1749,der in den nun folgenden ähnlich formuliert ist, gibt einen deutlichen Hin-weis: ,, 1 lb 26 dl dem flurer von dem Crucifix bey der Jungen gesellen Wall-farth in der Osternacht umb die Marckhung zu tragen pro hoc Anno zahlt".Diese Prozession, die eine Art Flurbenediktion darzustellen scheint, hat inO, R und eventuell auch in F eine Entsprechung. In O allerdings fand sienicht in der Osternacht, sondern, wie es zunächst, und zwar schon 1469, lautet,,, zwischen Ostern und Pfingsten" statt. Auch hier erhält der Flurer einengeringen Betrag für das Kreuztragen. Später 1538 ff., heißt es: 1 lb 12 dldem flurumb( Flurer) vom Creuz vf die freitag zwuschen Ostern vnd Pfing-sten vmb die Marck zu tragen". Deutlicher auf Schauerumgänge scheint derWortlaut ab 1617 hinzuweisen: 1 lb 12 dl ihme( dem Flurer) vonn demCreütz zwüschen Osternn vnnd pfinngstenn bei denn vmbgenngenn vnndwalltagenn vorzutragenn". In BR 1641 lautet der entsprechende Eintrag:,, 1 lb 2 dl den Jungen gesellen für weckh Alẞ sie nach der Ostermettenprocessionaliter vff den Gießlvbel( Flurname) gewallt"( so öfter). Auch fol-gende Ausgabe in GF 1603 könnte auf den gleichen Umgang hindeuten:,, Dem Schreyner 1 fl 1 lb 26 dl vom Cruzifix zumachenn vndt zu mahlen soman im Osterfeyertagen braucht".

O ist übrigens der einzige Ort, in dessen Rechnungen sich eine Spureiner Karfreitagsprozession findet. BO 1714 heißt es:, 1 fl 3 lb von denen

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