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Kultur und Volk : Beiträge zur Volkskunde aus Österreich, Bayern und der Schweiz ; Festschrift für Gustav Gugitz zum achtzigsten Geburtstag
Entstehung
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Fieber, Frieren, andertägiges Fieber oder kaltes Weh, febris maligna, Gich-ter oder Kinderweh.

In manchen Fällen, besonders bei kranken Kindern, wird die Krankheitnicht genauer angegeben. Von diesen gantz seltzsamen, auch unbekandt-und unbenannten Kranckheiten" führt das 2. Kapitel( S. 26-47) 12 an: Einachtjähriges Mädchen von Sursee litt von Geburt an an einem Weh, das sichbesonders bei Wetteränderung bemerkbar machte( ,, wann es Wädel wor-den") und worin man das böse Weh oder hinfallende Sucht sive morbuscaducus" vermutete. Das Kind selber bezeichnete sein Leiden als, dieLeyren". Ein anderes zwölfjähriges Kind wurde von einer wunderselt-zamen und unerkandtlichen Kranckheit" nachts gequält und konnte nurunter freiem Himmel Ruhe finden.

Das 3. Kapitel bringt( S. 48-70) 18 Mirakel bei verschiedenen, sowohlunheylbar- als tödtlichen Kranckheiten", von denen nur folgende näherbezeichnet sind: Stich gegen das Herz, Stich oder Seitenweh, Nierenleiden,Gries, Kopfweh, Stechen im Mund, Blutfluß, Kinderweh. Auch die 13 schwerenKrankheiten des 4. Abschnittes( S. 70-91) sind zum größten Teil nicht näherbezeichnet; genannt werden nur Rotsucht, Schlagfluß, Hauptsucht und Kind-bett.

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Der hl. Leontius gilt als besonderer Patron bei schweren Gebur-ten und ungefreuten Kindern". Der 5. Haupttitel der Wunderfackel"( S. 92-122) führt 20 Mirakel bei schweren Geburten an. Die Leontius-Litanei enthält die beiden Anrufungen: H. Leonti, ein besonderer Nothelferin gefährlichen Geburten und H. Leonti, ein wundersamer Verschaffer desnöthigen Heiligen Tauffs" 28). In allen Fällen kam die Mutter mit dem Lebendavon, während das Kind in drei Fällen gleich nach Geburt und Taufe starb,und in zweien von diesen Fällen konnte das Kind nur an einem Ärmchengetauft werden. Gerne verwendeten die Gebärenden gesegnete Rosen-kränze, Andachtsbildchen und Leontius- Gürtel 29). Einmal wird bei einerschweren Geburt neben Leontius auch die hl. Gertrud angerufen und dasKind auf deren Namen getauft 30). In drei Fällen wurde der glücklichgeborene Knabe Leontius getauft, und in fünf weiteren hatten die Elternschon vor oder während der Geburt versprochen, das Kind, wenn es einKnabe sei, Leonz zu taufen. Letzteres geschah 1683 mit dem Knäblein desAdam Zumsteg aus dem Mettauertal bei Laufenburg: Dieses Wunder istruchtbahr in gemeldtem Mettawer- Thal und wurde so hoch geschätzt, dasshernach siben Hausshaltungen auss Andacht und Ehrenbietigkeit gegen demH. Martyrer Leontio ihren Söhnen in dem H. Tauff den Namen Leontiuszueygnen wollen." 31)

Der Name Leontius war im 18. Jahrhundert nicht nur im Gebietder katholischen Schweiz, sondern auch im Breisgau, Schwarzwald und imElsaß weit verbreitet und ist bis heute im Freiamt und den angrenzendenGebieten beliebt geblieben. Die Formen lauten: Leonz, Leonzi, Lunz, Lunzi,Lunzeli, Lünz, Lünzeli. Auch im Kloster Muri trug seit 1648 bis auf denheutigen Tag fast ununterbrochen ein Konventuale diesen Namen. Hingegenwurde Leontius nie als Klosterpatron verehrt, wenn die Leontiusfeiern anPracht auch das Fest des hl. Martin, des Patrons von Muri, übertrafen 32).

Bei den ungefreuten Kindern", von denen das 6. Kapitel( S. 122-145) 14 Mirakel anführt, handelt es sich um Kinder, die tot auf dieWelt kamen oder tot schienen. Auf ein Gebet zum hl. Leontius oder auf ein

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