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Kultur und Volk : Beiträge zur Volkskunde aus Österreich, Bayern und der Schweiz ; Festschrift für Gustav Gugitz zum achtzigsten Geburtstag
Entstehung
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abgeschlossenes Werk des Meisters: wo man auf den Gebieten der Kultur-und Sittengeschichte, der Theater- und Literaturforschung zugreifen wollte,fand man schon die Wegweiser der Werke von Gugitz aufgerichtet. Manmochte sich im Bereich eines Allwissenden wähnen. In jenen Instituten undBibliotheken, mit denen man als Suchender auf diesen Gebieten zu tun hatte,bekam man schon damals in Zweifelsfällen als letzte Auskunft: Das wissenur einer, nämlich Gustav Gugitz. Darüber sind nun drei Jahrzehnte hin-gegangen und der Herangereifte von heute weiß vielfach den neuen Fra-genden auch wieder nichts anderes zu sagen, als das wisse nur einer,nämlich Gustav Gugitz. Ich darf für eine ganze Generation hier den Dankaussprechen: Wenn wir den Mut hatten, jenen Mann zu fragen, der als ein-ziger Antwort auf so viele Fragen wissen sollte und auch wirklich wußte,dann bekamen wir auch die richtige Antwort. Meist stand sie sogar schon ineiner jener vielen Arbeiten des Meisters selbst, die uns eben noch entgangenwar. Spätergeborenen wird eine Bibliographie manche derartige Fragen er-sparen. Wir aber sind glücklich, daß wir so lange und so oft Gustav Gugitzselbst fragen konnten, daß wir seine mit gütigem Lächeln vorgebrachte Ant-wort empfangen konnten, die immer mehr als eine bloße Auskunft, immerein Wegweiser in weitere Zusammenhänge und Zeiträume war.

In jenen Jahrzehnten vor, während und nach dem zweiten Weltkriegist Gugitz ganz eng an unsere Volkskunde herangetreten. Der Verein fürVolkskunde hat ihn zunächst zum korrespondierenden, später zum Ehren-mitglied gemacht, eine der wenigen Ehrungen, die dem Gelehrten zuteil-geworden sind, der als großer Individualist derartigen Dingen eher aus demWeg gegangen ist. In Tagen, die ihm leicht viel Ehre und Anerkennunghätten bringen können, sagte er mir in tiefer, bitterer Besonnenheit denalten Spruch, mit dem Schiller seinen gewaltigen Tell charakterisiert: DerStarke ist am mächtigsten allein. Gugitz ist wirklich immer allein, aber auchimmer ein Starker gewesen. Gerade als einsamer Mächtiger hat er die we-nigen Freunde seines Lebens besonders geschätzt, und es ist wohl auchkeiner jemals darunter gewesen, der diese Freundschaft nicht als eines derhöchsten Güter seines Lebens zu werten gewußt hat.

Einen Gelehrten von solchem menschlichen Format kann man nicht mitäußerlichen Ehrungen würdigen. Gerade ihm ist aber wohl die wissenschaft-liche Ehrung in der Form einer Festschrift am angemessensten. So hat denndas Österreichische Museum für Volkskunde, als das Zentrum unserer For-schung, mit dem und mit der er so lange und so intensiv verbunden ist, dieGelegenheit ergriffen und diese Festschrift in den Rahmen seiner Veröffent-lichungen hineingestellt. Das Viertelhundert Gelehrter, das meiner Ein-ladung, an dieser Festschrift mitzuarbeiten, so gern gefolgt ist, weiß, daßdamit die dauernde Verbundenheit des Namens und des Werkes von GustavGugitz mit unserer Forschung gewährleistet ist. Von den alten Freunden desMeisters bis zu den jungen Schülern unserer Generation sind hier Beiträgerversammelt, Österreicher aus Wien ebenso wie aus allen anderen Bundes-ländern, und befreundete Nachbarn aus Bayern und aus der Schweiz, diedas Werk des großen Österreichers richtig einzuschätzen wissen. In hun-derten von Hinweisen und Anmerkungen manifestieren diese Arbeiten, wiesehr sie sich dem Gesamt des Werkes des Jubilars verbunden fühlen. Siezeigen aber gleichzeitig auch im Heranschaffen neuen Stoffes, im Erschauenneuer Zusammenhänge, daß die Weiterarbeit auf der Basis dieses Lebens-

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