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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volksglaube in der Gottschee
Entstehung
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mit einem Amboß darauf und geschmiedet und sind von einer Ortschaft zur anderengefahren. Die großen Aufzüge gibt es nicht jedes Jahr. Sonst haben sie nur gewöhnlicheMasken, aber da haben sie Masken aus Holz: ein langer Vogelschnabel oder Stierköpfemit Hörnern, Bockköpfe mit Hörnern. Sie heißen ,, Woschonk- Kajer". Kaje" bedeutet,, Maul". Die Maskierten schreien, und die Masken sind wie ein Schallrohr. Daher ist dieRedensart ,, er schreit wie ein Woschankkäue".

Bei den Aufzügen kommen einmal die Niedermösler nach Obermösel, einmal dieReintaler, einmal gehen die Mösler selbst. Das nennen sie mit einem Wort, das sie ausWien mitgebracht haben, Korsofahren". Bei einem solchen Aufmarsch war ein Beritte-ner voran, alles maskiert. An den Plätzen wird haltgemacht, und der Reiter hat inVersen die wichtigsten Ereignisse vorgelesen. Das Pferdebeschlagen wurde auch gemachtund auch sonst noch allerhand. Braut und Bräutigam war dabei. Der Brummtopf- ,, Bicke"- hat nie gefehlt, das war das typische Maskeninstrument.

Die Masken rufen:

,, Roch! Roch!( Pause)

Roch! Roch!

Roche, Roche, Roche, Roch!Roch! Roch! Roch!"

Beim ,, Roche" wird das Endungs- e um einen Ton höher gerufen. Die Roche warenBurschen zwischen 20 und 30 Jahren. Sie verkleiden sich in einem Haus. Am Donnerstagoder Sonntag nach Dreikönig beginnt der Fasching, und da wird der Fasching heraus-gerufen. Die 10- bis 15jährigen Buben rufen im Chor ,, Roch, Roch!", und auf einmalstürzen die Faschinge heraus, im Gesicht angeschmiert und mit berußten Händen. Sieschmieren an, wen sie erwischen, natürlich besonders die Mädeln. Diese versuchen sichzu schützen, indem sie die Schürze über den Kopf geben. Die Kinder schreien ihnenauch zu:

Ein anderer Vers ist:

,, Roch, Roch,

geah meine Weaschn( Fersen) noch!"

Wingrlongr( fingerlanger) Woschonk,ar shitzet obn af'n Ofn( auf dem Ofen),

ar wlicket seine ladren Houshn"( flickt seine ledernen Hosen).

Der Ruf ,, Roch" soll auf das Haus Rochisch" zurückgehen, weil der sich imFasching so angezogen hat, und da ist der Spruch entstanden.

Sie haben getanzt, und die Hausfrau hat mit einem Maskierten tanzen müssen, danngedeihen die Rüben gut. Am Dienstag muß man die Hühner in einem Reif füttern, dannlegen sie zu Hause, und der Sperber trägt sie nicht fort.

Das Faschingbegraben war oft sehr roh. Aus einer Rübe wird ein Gebiß gemachtund ein Strohmann angezogen. Er hat einen Penis aus Holz, der deutlich sichtbar steif indie Höhe steht. Jeder hat einen Haselstock statt einer Kerze, aus einem Topf haben sieStinkendes geräuchert, einer war der Pfarrer, der hat aus einem Buch gesungen. StattWeihwasser haben sie Jauche oder Urin verspritzt. Sie haben auf einem Teller Aschemitgehabt und den Leuten auf die Köpfe gestreut. Und die Buben haben Kuhglockengenommen und haben den ganzen Vormittag den Fasching ausgeläutet. Den Strohmannhaben sie auf der ,, Gamoina" außerhalb des Dorfes verbrannt.

Die Masken, die von Haus zu Haus gehen, müssen bewirtet werden. Das Essen vomFaschingdienstag wird aufgehoben auf den Donnerstag nach Aschermittwoch und danndie Reste aufgezehrt. Das ist der ,, kleine Fasching". Aber vom Speck muß man auf-heben, weil der zu Heilzwecken dient.( Aufzeichnung 1941, die Gewährsleute waren

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