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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volksglaube in der Gottschee
Entstehung
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In einem Teil der Sprachinsel waren eigenartige Trennungsbräuche vorhanden,wenn der Sarg gehoben und der Tote hinausgetragen wird. Zwei Dinge geschehen vorallem: das Weihwassergefäß wurde zerschlagen, oder die Stützen, auf denen der Sargruhte, wurden umgeworfen. Das, wo das Weihwasser drin war, haben sie auf die Truheaufigschmissn, daß es zersprungen ist, dann kommt der Tote nicht mehr her"( Masern,Göttenitz); daß der Spuk fortgeht"( Masereben); daß er nicht mehr zurückkommt"( Rieg); mit großem Lärm"( Verdreng). Dafür habe ich Belege aus sieben Orten. Fünfvon ihnen liegen in einer nordsüdlich verlaufenden Linie: Masereben, Masern, Göttenitz,Rieg und Morobitz, also das sogenannte Hinterland" in der inneren Westhälfte derSprachinsel. Der äußerste Westen, das Suchener Hochtal, ist ohne Belege. Der Braucherstreckt sich in der südlichen Mitte des Landes noch in zwei Orte der, unteren Seite",Verdreng und Mösel. Die gesamte östliche und mittlere Sprachinsel, Moschenitze undWalden bleiben leer. Ich fragte immer wieder und erhielt eine Reihe von verneinendenAntworten. Bloẞ in Verdreng kommt sowohl das Zerschlagen des Weihwassergefäßes alsauch das Umwerfen der Sargstützen vor.

Sonst kenne ich das Umwerfen der Stühle oder Stützen nur noch aus fünf weiterenOrten: Prerigl, Buchberg, Mairle, Katzendorf und Kukendorf. Wenn man von Kuken-dorf im äußersten Nordzipfel des Landes absieht, schließt sich das Umwerfen direkt andas Verbreitungsgebiet des Zerschlagens an, nur etwas weiter im Südosten. Es liegt alsoeine ziemlich klare Gliederung in zwei Verbreitungslandschaften vor( vgl. die Karte).Das Umstürzen des Sarguntersatzes ist übrigens auch in Niederösterreich und vielenGegenden Deutschlands üblich. Nur noch einige kennzeichnende Aussagen zum Um-werfen: ,, wenn der Sarg hinausgetragen wurde, haben sie die Stützen gleich mit denFüßen umgeschmissen( Prerigl); die Stützen, wo der Sarg draufsteht, gleich nach demHinaustragen umgeschmissen"( Buchberg); wenn der Sarg hinausgetragen wird, dieStühle umwerfen"( Katzendorf, Mairle, Kukendorf, Verdreng). Wenn hinzugefügt wird,daß man rasch die Türe zumacht, wenn der Sarg hinausgetragen ist( Mösel), so unter-streicht das den Trennungscharakter. In Koflern sagt man da auch ausdrücklich, es ge-schieht, damit die Seele nicht zurückkehrt.

Das Beseitigen dessen, womit der Tote in Berührung gekommen war, geht auch auseiner Aussage aus Gehag bei Tschermoschnitz hervor: ,, Wenn sie ihn hinaustragen, schnellerwischen, wo er drauf gelegen ist, Polster, Leintuch, und das hinaustragen. Wenn manden Toten mit der Hand berührt, tut man sich gar nichts fürchten. Sie haben sich nämlichsehr gefürchtet."

Die gründlichste Art des Beseitigens gefährlicher Dinge war das Verbrennen. DasStroh, auf dem einer starb, wurde verbrannt, und wo der Rauch hinzieht, in der Gegendwird der nächste Sterbefall sein"( Mösel). Das beschränkt sich vielfach nicht auf dasStroh: ,, alles wurde verbrannt, wo der Tote gestorben ist, das Bett, die Kleider, was erin der Krankheit hatte. Das war bei jedem Todesfall, auch bei einem durch Alters-schwäche. Abends wurde dann verbrannt"( Altlag). In Langenton verbrannte man dasBettzeug, in Rieg alles was er dagelassen hat".

Vor der Beerdigung wird der Sarg in die Kirche getragen. ,, Sechs Häuser gehen undmachen das Grab und müssen tragen, wenn keine anderen Träger vorhanden sind. Es gehtimmer im Turnus, daß es sechs sind"( Mösel). Das Tragen ging auch in Lichtenbach,Suchen, Göttenitz und Katzendorf reihum. Wenn der Sarg aus dem Haus getragen wird,schaut man, daß nicht der nächste Verwandte als erster nachgeht, sonst kommt der dranbeim Sterben"( Hinterland). Man darf auch nicht übers Wetter fluchen, sonst regnet esbeim Begräbnis.

Wird ein Kind begraben, trägt ein weißgekleidetes Mäderl eine Schüssel mit Weih-wasser und einen kleinen Kranz voran. Weihwasser und Kranz werden auf den Sarg

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