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so wie die
worten. Aus meinen eigenen Osttiroler Aufzeichnungen kann ich nichtMundartkunde Parallelen aufzeigen, welche bloß auf Osttirol und die Gottschee be-schränkt wären. Mein Material bezieht sich hier auf den größeren Raum von ganz Süd-tirol, nicht Osttirol allein, und in Kärnten oder überhaupt Österreich auf andere Gebieteals den wahrscheinlichen engeren Herkunftsbereich. Mit Süd- und Osttirol gemeinsamhat die Gottschee vor allem gewisse Ackerzeichen. Nach dem Fertigmachen des Ackerswerden in Süd- und Osttirol mit dem umgedrehten Rechen gerne Malkreuze in die Erdeeingedrückt, oft in alle vier Ecken. 60 Allerdings erfuhr ich in Osttirol nichts davon, daßin diese Zeichen so wie in der Gottschee andere Samen gesät werden, so daß sie auchnach dem Keimen noch sichtbar bleiben. 61 Hingegen wird in Osttirol des öfteren derPalm in den Kreuzungspunkt des Malkreuzes mitten hineingesteckt, 62 ähnlich wie in derGottschee( z. B. Grafenfeld). In Tessenberg ist es ein gerades, gleichschenkliges Kreuz,dessen vier Enden durch Löcher betont werden, die man mit dem Rechenstiel in denBoden drückt. Das Holzscheit, das man am Karsamstagfeuer bei der Feuerweihe hatteankohlen lassen, steckt man in die Mitte dieses Kreuzes, Palmen in die vier Löcher an denBalkenenden. In Virgen in Osttirol macht man aus gespaltenen ,, Weichscheitern" eingerades Kreuz und steckt es aufrecht in den Acker, rechts und links davon noch je einenPalmzweig. Im übrigen stimmt es mit der Gottschee überein, daß in Osttirol nicht wie ingroßen Teilen Kärntens, z. B. im Gurktal, der ganze Palmbuschen auf einem festen Stockin den Acker gesteckt wird, sondern nur einzelne„ Rüatla". Hingegen entspricht derZeitpunkt dieser Ackersegnungen den allgemein österreichischen und nicht dem Sonn-wendtermin wie in der Gottschee.
Der Gottscheer Sonnwendzeitpunkt könnte Fragen aufwerfen. Ist dem UmstandGewicht beizumessen, daß solche Ackerbräuche weitab von der Gottschee und dem slo-wenischen Gebiet wieder in Schwaben auftauchen? Spiegelt sich hier die Zuwanderungaus Schwaben, auf die etliche Personennamen deuten? Aber hätte sich das dann in derGottschee gegenüber dem österreichischen Brauchtermin durchgesetzt und darüber hinausauch noch bei den benachbarten Slowenen? Das scheint doch sehr fraglich. Oder war inÖsterreich einst auch ein Ackersegnen zu Sonnwend üblich, das vielleicht unter kirch-lichem Einfluß im Laufe der Entwicklung auf die Osterzeit zurückgezogen wurde? Ge-blieben wäre dann nur das ohne kirchliche Weihe erfolgende Segnen und Schützen desHauses durch die Sonnwendbüschel. Die Fragen bleiben offen.
Ackersegnen und Wachstumsfördern sprießt aus der Wurzel des bäuerlichen Daseins.Darum ist es reich und mannigfach und eröffnet Blicke in die Tiefe des Empfindens undGlaubens. Kein Wunder, daß dabei auch ganz alte Schichten zutagekommen. Auchsolche, die allein noch in der Gottschee lebten. Was dieser Außenposten für die gesamt-deutsche Volkskultur und ihre Erforschung beitragen kann, zeichnet sich hier schon ab.
GO Z. B. in Innervillgraten, Außervillgraten, St. Justina, Tristach, Dölsach, Amlach,Schlaiten, Nuẞdorf.
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61 Dergleichen kenne ich hingegen aus dem oberösterreichischen Mühlviertel.62 St. Justina, Innervillgraten, Nußdorf, Dölsach.