4. Häufigkeit und Preise
Alte bergmännische Geduldflaschen werden im Antiquitätenhandel nur außerordentlich sel-ten und eher teuer angeboten; Eingerichte mit religiösen Motiven sind dagegen weit häufigerund preisgünstiger zu sehen. Je nach Alter, Größe und Qualität der volkskundlichen Objektevariieren die Preise außerordentlich stark.
Mit Interesse registrierte die Fachwelt eine Wiener Auktion vom April 1994, bei der gleichdrei Flaschen( eine sächsische und zwei aus der Schemnitzer Gegend) zu moderaten Schätz-werten angeboten wurden³3. Die Ergebnisse der Auktion waren jedoch unerwartet hoch. Be-reits 1985 erreichte eine sächsische Bergwerksflasche( vom Typ S4- eine mechanische Fla-sche um 1860) bei einer Berliner Auktion einen hohen Erlös³4. Solche unangemessenen Preiseverderben leider nachhaltig den Markt.
Neu hergestellte Geduldflaschen der oben genannten Schnitzer Tencer und Viktor sind- jenach Größe- relativ preiswert zu erwerben. In einem Freiberger Laden werden ebenfalls neueGeduldflaschen( hergestellt von E. Gerschler) angeboten; die Preise liegen deutlich höher alsin der Slowakei bzw. in Ungarn. Ähnliche Flaschen eines unbekannten Herstellers mit ehergrob geschnitzten Figuren werden gelegentlich bei Münchner Auktionen als alte Flaschen aus-gegeben!
Abb. 8: Pavel Tencer, Nová Baňa, Slowakei
Abb. 9: Gyula Viktor, Rudabánya, Ungarn
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