2.5 Mineralinhalt
Die Hersteller bauten fast immer Mineralien aus dem örtlichen Bergbau in die Geduldfla-schen ein. Häufig verwendete Mineralien sind Quarzkristalle( Bergkristalle), Bleiglanz(= Ga-lenit), Pyrit, Markasit, Kupferkies(= Chalkopyrit), Calcit, Dolomit; seltener Gips, Baryt undSilbererze.
Die enthaltenen Mineralien geben einen ein wichtigen Hinweis auf die Herkunft des Einge-richtes. Beispielsweise sind die Objekte im Volkskundemuseum Wien( 42497) bzw. im Sopro-ner Museum Brennbergbánya( 57.169.1) auf Grund der vorliegenden Mineralien( Zepter-quarz, Bleiglanz, Kupferkies, Gips, Baryt, Argentit,...) eindeutig als Schemnitzer Flaschenerkennbar! Das graue, strahlige Erzmineral Antimonit dagegen ist sehr charakteristisch fürKremnitz( Abb. 6; vgl. Slg. Dr. G. V.( V2); Volkskundehaus Ried( 8297); HeimatmuseumWaidhofen an der Ybbs( 966); NÖ. Landesmuseum( ohne Nr.); Bergbaumuseum Sopron( 69.295.1) u.a.m.). Goldglänzende Pyritkristalle sollen wohl zuweilen Golderze vortäuschen( Typ D2; Slg. Huber( 310); Bergbaumuseum Sopron( 69.297.1)).
Sehr alte Flaschen- eindeutig aus dem 18. Jh.- enthalten zumeist stöpselgroße, mit grauemErzstaub bestreute hölzerne Sockel, auf denen zumeist eher unscheinbare Mineralproben be-festigt sind. Diese grauen, kegelstumpfförmigen Postamente mit Erzbrocken, an denen stetsein geschnitzter Bergknappe Erz abbaut, werden in der nachfolgenden Beschreibung der Fla-schen" Mineralsockel" genannt. Auf den Sockeln sind häufig kleine Zettel mit Nummern an-geklebt vermutlich war der Flasche ursprünglich ein Verzeichnis beigelegt, in dem die einzel-nen Mineralien nach ihrer Art und Herkunft beschrieben waren( soferne es sich nicht um Orts-nummern handelt).
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Abb. 6: Das für Kremnitz charakteristische strahlige Erzmineral Antimonit wurde oftmals inGeduldflaschen eingebaut.( Typ B, Kremnitz, 2. H. 18. Jh., Waidhofen a.d. Ybbs, 966)
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