slowakischen Bergorten 12. Einige Autoren führen die weiß- rote Tracht auf Bergleute zurück,die aus Schwaz in Tirol( wohl auch aus anderen ostalpinen Gegenden) eingewandert sind 13.Häufig sind neben den weiß- roten auch schwarz- rote Figuren zu sehen( in manchen Fla-schen sind sie ausschließlich so gekleidet). Diese Tracht- schwarze Röcke mit roten Hosen-ist aus böhmischen Erzgruben, wie St. Joachimsthal( Jáchimov), Mies( Stříbro), Příbram bzw.Kuttenberg( Kutna Horá) beschrieben und stammt vielleicht aus dem älteren Iglau( Jihlava) inMähren. Diese Reviere waren schon im frühen Mittelalter mit Bergleuten aus dem Harz oderaus Sachsen besiedelt worden, von deren Nachkommen später viele nach Ungarn weiterzogen.Hiezu trugen neben der Verarmung von Lagerstätten auch die politischen und religiösen Wir-ren bei 14. Selten wurden bei Bergmannsfiguren( Häuern) auch andere Farbkombinationenfestgestellt: beispielsweise Schwarz- Weiß neben Weiß- Rot( Volkskundemuseum Wien, 42497); als Besonderheit auch Weiß- Rot, Rot- Weiß und Weiß- Schwarz( Sopron, 69.292.1).
Gegen Ende des 18. und im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts wurden in den genanntenBergstädten von den ungarischen- meist jedoch slowakischen- Häuern als Festtracht weißeLeinenjacken mit Stehkragen, rote Schafthosen mit gelben Bordüren in ungarischer Adjustie-rung und zunächst hohe, später tschakoartige grüne Mützen getragen. Die deutschstämmigenhatten weiße Jacken, weiße lange Leinenhosen und grüne hohe Schachthüte. Diese Festklei-dung wurde bis in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts angelegt 15. All die beschriebenenBergmannstrachten beinhalten natürlich das schwarze Bergleder und sonstige, zuweilen vor-handene Accessoires wie Knieschützer, Nackenschutz usw. Einige Hüttenleute und Münzertragen breite Filzhüte, weiße oder blaue Jacken und Lederschurz. In der Aufbereitung Tätigesind jedoch in gleicher Weise bemalt wie Häuer und Förderer( meist weiß- rot mit grünemHut).
Bergbeamte, Hutleute, Bergverwalter sind in den Untertageetagen der Eingerichte kaum zuidentifizieren, am ehesten vielleicht als ganz schwarze Figuren mit silbernen Knöpfen( Berg-kittel?) 16 Ein Markscheider wird in einer Schemnitzer Grubenkarte aus dem Jahre 1764 mitweißer Jacke, roter Bundhose, weißen Stutzen, schwarzen Schnallenschuhen und grünemSchachthut dargestellt 17. In einigen Flaschen( z.B. Dr. G. V., V2) ist ein solcher mit einerMeẞlatte in der Hand zu sehen. Die bei den oben genannten Bergconsultationen um einenTisch sitzenden Perückenträger tragen meist barocken schwarzen, roten oder grünen, gold-verbrämten Ornat 18.
Die Festtrachten in den jeweiligen Erzrevieren der alten österr.- ungar. Monarchie waren zu-nächst nicht zentral geregelt. Erst die von Kaiser Ferdinand I. 1837 erlassene Verordnungschrieb den K. K. Montanbeamten einheitliche Berguniformen vor: schwarzen Rock mit Puff-ärmeln, schwarze Hosen( ungarischen Beamten stand es frei, eng anliegende taillierte Bein-kleider mit Borten und Schnüren besetzt zu tragen). Die deutsch- erbländischen Beamtendurften in Gala auch weiße Hosen nach alter Art anlegen 19. Aus der schwarzen Uniform ver-breitete sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts( analog zur Tracht der Schemnitzer Bergaka-demie) der" Biberstollen" bzw. Bergkittel in der ganzen Monarchie. Nur in einer Flasche aus1872( Martin, 5841) findet man auch Bergbeamte(?) im schwarzen Bergkittel.
Die in einigen wenigen Objekten in der obersten Etage befindlichen weiblichen Figuren( imZusammenhang mit den sieben Sakramenten oder in einer Volkstanzgruppe) könnten an Handihrer Kleidung( Volkstracht) eventuell näher zugeordnet werden.
Zusammenfassend und etwas vereinfacht läßt sich sagen, daß in den Geduldflaschen- auchhäufig nebeneinander- schwarz- rot und weiß- rot gekleidete Knappen zu sehen sind( beideArten meist mit grüner Mütze), wobei für die" deutschen" Bergleute die schwarze Jacke undfür die" ungarischen" eine weiße Jacke zur jeweils roten Hose kennzeichnend ist.
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