Viele alte Flaschen enthalten in der obersten Etage das Motiv von Sitzungen, vielleicht derwöchentlichen" Bergconsultationen"( Abb. 3; Gruben- oder Reviersitzungen in Anwesenheithoher Bergbaufunktionäre, etwa des Oberstkammergrafen zu Schemnitz oder des Kammer-grafen aus Kremnitz oder Neusohl, ferner des Bergrichters usw.). Außerdem fanden, meist inKremnitz, Sitzungen der Repräsentanten der sieben Bergstädte zu übergeordneten Ange-legenheiten statt 10. Möglicherweise soll auch der Besuch einer hochgestellten Persönlichkeitdes Wiener Hofes im 18. und frühen 19. Jahrhundert dargestellt sein. Zahlen auf kleinenZetteln( z. B. am Sitzungstisch) könnten eventuell Ortsnummern der einzelnen Gruben be-deuten. Alternativ zu den Bergsitzungen sind auch Berggerichte dargestellt, daneben einePrügelbank, auf der der Delinquent mit Stockhieben bestraft wird. Die Mitglieder desBerggerichtes halten gelegentlich kleine Zettel in Händen, auf denen die Anzahl derStockhiebe vermerkt ist.
In der obersten Etage erkennt man bei älteren Flaschen auch grüne oder etwas vergoldete" Bergkegel", teils mit spiralförmig ansteigendem Weg und kleinen Stollenmundlöchern. Mu-sikkapellen( Abb. 4) trifft man nur in sächsischen Flaschen an, dagegen zeigt eine" ungarische"Flasche eine Volkstanzgruppe mit Stehgeiger. Schließlich kommen gelegentlich auch religiöseMotive vor, so beispielweise in einem Falle die sieben Sakramente( Abb. 5) oder Christus am
Kreuz.
Abb. 3: Sitzung( Bergconsultation) in Anwesenheit hoher Bergbeamter( Flasche ähnl. Typ A2,vermutlich Schemnitz, 2. Hälfte 18. Jh., Soproner Museum, Brennbergbánya, 57.169.1)
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